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Mittwoch, 13. Dezember 2017

BV Bielefeld

Diskussion Migration und Bildung

Von VDI | 26. Januar 2017 | Ausgabe 04

Die Ingenieurwelt stehe für positive wie negative Entwicklungen, so Migrationsforscher Paul Mecheril von der Uni Oldenburg auf der gemeinsamen Veranstaltung „ing. meet.ng #13“ des VDI-Bezirksvereins OWL und des VDE OWL.

Foto: Uni Oldenburg

Paul Mecheril: „Wir sollten Abstand nehmen können von unserer imperialen Lebensweise.“

Zum Thema „Die Welt wächst zusammen – Bildungsauftrag Solidarität?“ kamen Mitte Dezember rund 200 Ingenieure, darunter geflüchtete Architekten und Bauingenieure, sowie Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in der Stadthalle Bielefeld zusammen, um über Fluchtursachen und Bildung zu diskutieren. „Unsere paradoxe Welt ist entwickelt wie noch nie, dazu hat auch der Berufsstand der Ingenieure beigetragen“, so Mecheril. „Diese Entwicklung steht einer ausgeprägten Ungleichheit entgegen.“ Hinter Fluchtmigration stehe die individuelle Autonomie und Selbstbestimmung als weltweit geltendes Recht. Die Menschen kämen notgetrieben, in Aussicht auf ein besseres Leben. Deutschland mit einem der stärksten Bruttosozialeinkommen der Erde könne 4 Mio. Flüchtlingen helfen. Es sei geschichtlich von Migrationsströmen geprägt. Der pragmatische Umgang mit der Migrationsgesellschaft seit 1948 sei vor allem eine Leistung der Zivilbevölkerung, so Mecheril. Zum Thema Bildung merkte er an: „Sie wird thematisiert als Bildungsbedürftigkeit der anderen, als Defizite der Geflüchteten. Wir fordern Sprache, Wissen, soziale Integration.“ Sein Ansatz: „Wir benötigen mehr Allgemeinbildung, sollten in den privilegierten Zonen um die globalen Privilegiertenverhältnisse wissen und Abstand nehmen können von unserer imperialen Lebensweise.“ Bei Geflüchteten seien Sprache, Qualifikation und Schrift die Herausforderungen, so Thomas Richter, Geschäftsführungsvorsitzender der Agentur für Arbeit Bielefeld: „Wer nach China geht, kann nicht nach einem Jahr Mandarin und die Schrift lesen. Wir brauchen Verständnis, müssen investieren.“

 MARTINA BAUER

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