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Donnerstag, 22. Juni 2017, Ausgabe Nr. 25

Donnerstag, 22. Juni 2017, Ausgabe Nr. 25

Deutscher Ingenieurtag 2017

Ein Leben lang für die Sache der Ingenieure eingesetzt

Von Peter Steinmüller | 18. Mai 2017 | Ausgabe 20

Der VDI zeichnete vier Ingenieurpersönlichkeiten für ihre herausragenden und zukunftsweisenden Leistungen mit der Grashof-Denkmünze und der Ehrenmitgliedschaft aus.

VDI-Ehrung (1)
Foto: VDI/Bildschön

Volker Kefer (r.) setzt sich für die Zukunftsfähigkeit der europäischen Eisenbahnen im 21. Jahrhundert ein.

Die Grashof-Denkmünze wurde erstmals 1894 in Erinnerung an Professor Franz Grashof, dem Mitbegründer und ersten Direktor des VDI, gestiftet. Sie wird in Anlehnung an die Leistungen ihres Namensgebers stets an Ingenieure verliehen, die sich durch außerordentliche wissenschaftliche oder berufliche Leistungen auf technischem Gebiet ausgezeichnet haben – in der Regel für ein ganzes Lebenswerk. In diesem Jahr wurde sie an Dr.-Ing. Volker Kefer (61) und an Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. E. h. Dr. h. c. mult. Michael Schenk (64) vergeben.

Foto: VDI/Bildschön

Michael Schenk (r.) zeigt mit VDI-Präsident Prof. Udo Ungeheuer die frisch verliehene Grashof-Denkmünze.

Volker Kefer war lange Jahre als Ingenieur und stellvertretender Vorstandsvorsitzender eines der weltweit größten Verkehrs- und Logistikkonzerne verantwortlich. Mit dem Ziel, grenzüberschreitende Verkehre zu realisieren und dabei die Kohärenz von Infrastruktur und Fahrzeugen auf höchstem Sicherheits- und Qualitätsniveau zu gewährleisten, hat er entscheidende Beiträge für die Harmonisierung der technischen Systeme der europäischen Eisenbahnen als Schlüsselfaktor für die Umsetzung der transeuropäischen Eisenbahnnetze und für die Zukunftsfähigkeit der Schiene im 21. Jahrhundert geleistet. Im Ergebnis hat er die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrsträgers Schiene und der Bahnindustrie nachhaltig gestärkt.

In der Zeit, in der Großprojekte der Deutschen Bahn von Bürgern kritisch betrachtet wurden, hat Volker Kefer sich aktiv in die Kommunikation mit den Projektgegnern eingebracht und damit eine neue, positive Kommunikationskultur geprägt. Auf seine Anregung hin haben die maßgeblichen deutschen Ingenieurverbände unter Führung des VDI die Initiative „Infrastruktur der Zukunft – Gesellschaftlich tragfähige Lösungen entwickeln“ gestartet. Ergebnisse der Arbeiten im VDI sind unter anderem die Richtlinien VDI 7000 und VDI 7001.

Michael Schenk hat in herausragender Weise über das normale Maß seiner Tätigkeit als Universitätsprofessor der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg und als Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF hinaus in einer ganzen Reihe von gesellschaftlichen Engagements für den Aufbau einer innovations- und zukunftsfähigen Gesellschaft in den neuen Bundesländern und für die Bundesrepublik Deutschland gewirkt. Zudem hat er Innovationen auf Unternehmensebene in zahlreichen Funktionen in Beiräten befördert und insbesondere die enge Zusammenarbeit von wissenschaftlichen Einrichtungen mit produzierenden Unternehmen persönlich vorangetrieben. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement für den Ingenieurberuf, die Stellung und Rolle des Ingenieurs in der Gesellschaft sowie die Nachwuchsentwicklung im Bereich Naturwissenschaft und Technik. Für den VDI war er langjährig in hohen Ämtern tätig. Zahlreiche von ihm in Gang gesetzte Initiativen haben insbesondere im Land Sachsen-Anhalt Früchte getragen und die Grundeinstellung in der Gesellschaft zu Themen der Technik wieder deutlich zum Positiven verändert.

Die Ehrenmitgliedschaft ist die älteste Auszeichnung, die der VDI vergibt. Im Jahre 1860 wurde damit erstmals die Arbeit von Professor Dr. Julius Weißbach gewürdigt. Sie wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich um den Verein und um den Berufsstand der Ingenieure besondere Verdienste erworben haben. In diesem Jahr wurden zwei Ehrenmitgliedschaften vergeben. Als erstes wurde Prof. Dr.-Ing. Rainer Hirschberg (67) ausgezeichnet.

Foto: VDI/Bildschön

Rainer Hirschberg (r.) begleitete als Sachverständiger den Bau des neuen VDI-Hauses.

Rainer Hirschberg steht dem VDI seit fast drei Jahrzehnten ehrenamtlich zur Verfügung und hat hier nahezu das ganze Spektrum der ehrenamtlichen Mitarbeit innerhalb des VDI berührt. Insbesondere in seinem Amt des Vorsitzenden des Regionalbeirates legte er von Anfang an großen Wert auf die Verzahnung der regionalen mit der berufspolitischen Arbeit. Durch die Eingliederung der Vorsitzenden der Landesverbände in den Berufspolitischen Beirat wurde die Möglichkeit geschaffen, dass auch die Vertreter der Bezirksvereine in den Lenkungsgremien der Bundesländer in berufspolitische Debatten eingebunden werden und somit Einfluss nehmen können. Ein weiterer wichtiger Fokus seiner Engagements war die kontinuierliche und für die Mitglieder deutlich spürbare Verbesserung der Arbeit in den Regionalgliederungen. Rainer Hirschberg war neben vielen anderen Aufgaben maßgeblich daran beteiligt, dass der VDI im Jahr 2008 sein neues Domizil am Flughafen Düsseldorf beziehen konnte, welches in seiner technischen Ausrüstung den hohen Ansprüchen genügt, die an ein zukunftsweisendes Objekt des Vereins Deutscher Ingenieure gestellt werden. Er hat als Sachverständiger die Planung und den Bau des neuen VDI-Hauses von Beginn an mit großem Einsatz begleitet, sodass nun alle Bereiche des VDI unter einem Dach vereint noch besser zusammenarbeiten können. Die zweite Ehrenmitgliedschaft ging an Wolfgang Schröter.

Foto: VDI/Bildschön

Wolfgang Schröter (r.) blickt auf vier Jahrzehnte als Justiziar und Geschäftsführer des VDI zurück.

Wolfgang Schröter (66) stand dem VDI als Justiziar und Geschäftsführer beinahe 40 Jahre zur Seite und begleitete in dieser Zeit zehn Präsidenten und vier Direktoren des VDI in ihren Ämtern. Der Fall der Berliner Mauer stellte den VDI vor die große Herausforderung, den Ingenieuren der neuen Bundesländer eine berufliche Heimat zu geben und sie in der Zeit des Umbruchs durch die vielfältigen Veränderungen zu führen. Wolfgang Schröter trug entscheidend dazu bei, dass die Wiedergründung des VDI in der DDR eine rechtlich solide Grundlage erhielt, und hatte maßgeblichen Anteil am Aufbau der VDI Bezirksvereine in den neuen Bundesländern. Auch an der 2004 erfolgten Aufgliederung des VDI in eine VDI Gruppe war er maßgeblich beteiligt und lenkte die Zukunft des VDI sowohl in wirtschaftlicher als auch rechtlicher Hinsicht in neue Bahnen. Hier gelang es, verkrustete Strukturen aufzubrechen, neue Ziele und Erscheinungsbilder zu entwickeln und dem VDI ein neues, innovatives Gesicht zu geben. Der Neubau des VDI-Hauses in der Airport City am Düsseldorfer Flughafen war ein weiterer wichtiger Schritt für den Verein Deutscher Ingenieure. Wolfgang Schröter war in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der VDI GmbH maßgeblich dafür verantwortlich, dass der VDI mit dem neuen Gebäude einen innovativen und modernen Standort erhielt.

Mit ihrer Auszeichnung werden die Geehrten auch gleichzeitig Mitglieder des 1981 gegründeten Conrad-Matschoß-Kreises, der die Tradition des VDI pflegt und durch Empfehlungen und Vorschläge zur lebendigen Weiterentwicklung der Gemeinschaftsarbeit beiträgt. 

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