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Sonntag, 17. Dezember 2017

Nachruf

Technikphilosoph Günter Ropohl verstorben

Von Peter Schwarz | 16. März 2017 | Ausgabe 11

„Wo waren die Erfindungen, bevor sie gemacht wurden?“ fragte Günter Ropohl ironisch in seiner „Technologischen Aufklärung“, einem seiner Hauptwerke. Neben dem Seitenhieb auf manch spekulierenden Techniktheoretiker im Elfenbeinturm verrät die Frage sein Leitbild, das er im Titel der VDI-Initiative „Sachen machen“ wiederfand: Seine Technikphilosophie als gesamtheitliche Deutung von Sachsystemen einschließlich ihrer Entstehung und Nutzung stand im Dienst der Technikgestaltung, Technikbewertung und Technikverantwortung.

Als promovierter Maschinenbauingenieur (1970) sowie habilitierter Philosoph und Soziologe (1978) war er seit 1981 Professor für Allgemeine Technologie und Arbeitslehre an der Universität Frankfurt/M.

Mit seinen Standardwerken „Allgemeine Technologie“ und „Ethik und Technikbewertung“ zählte er zu den führenden deutschen Technikphilosophen. Sein Programm einer technologischen Aufklärung machte er auf vielen Foren öffentlichkeitswirksam geltend, unter anderem als Leiter des ARD-Funkkollegs „Technik“.

Foto: Bild: Suhrkamp Verlag

Ropohl war dem VDI eng verbunden. Er wirkte in dem 1961 eingerichteten Ausschuss „Technik und Philosophie“, als Obmann des Ausschusses „Technikbewertung“, als Vorsitzender des Bereichs „Mensch und Technik“ sowie als Vordenker im Rahmen der Arbeit an den „Ethischen Grundsätzen des Ingenieurberufs“. Sein Engagement wurde mit der Ehrenplakette des VDI gewürdigt. Ropohl verstarb 78-jährig im Januar. Er hätte sich sicher über die Nachricht gefreut, dass der von ihm mit herausgegebene, vom VDI geförderte Bestseller „Nachdenken über Technik“ einer vierten Auflage entgegensieht.

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