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Montag, 11. Dezember 2017

Industrie 4.0

Arbeit in der digitalen Transformation

Von Christoph Böckmann | 11. Mai 2017 | Ausgabe 19

Die Digitalisierung bietet enorme Chancen. Wie diese genutzt werden können, präsentierte der VDI am Deutschen Ingenieurtag.

BU_VDI
Foto: Ulrich Zillman

Digitale Arbeitshilfen waren nicht nur auf der Hannover Messe zu bestaunen, auch in den Produktionsstätten gehören sie immer mehr zum Bild.

Der Strukturwandel hat längst begonnen. In der Produktionsarbeit der „Smart Factory“ erleben wir die Digitalisierung der Produktionsprozesse sowie neue Formen der Mensch-Maschine-Interaktion. Kollaborative Roboter, intelligente Assistenzsysteme und Algorithmen sowie Sensorik unterstützen den Menschen oder übernehmen manuelle Arbeiten. Ihr verstärkter Einsatz erzeugt bei vielen Angst vor der Substitution ihrer Arbeitskraft und Jobs. Aber: „Der Mensch bleibt auch im digitalen Zeitalter Entscheider darüber, ob, wie und in welchem Umfang Technologie eingesetzt und wie Arbeit gestaltet wird“, erklärte der VDI am Donnerstag auf dem Deutschen Ingenieurtag und untermauerte seine These mit drei Standpunkten:

Die digitale Transformation wird zum Jobmotor, wenn man sie richtig anpackt. Immer mehr Automobilkarossen werden allein durch Roboter zusammengeschweißt. Das lässt viele Wissenschaftler ein düsteres Beschäftigungsbild der Zukunft zeichnen. Deren Studien fokussieren sich meist darauf, welche Jobs durch Maschinen ersetzt werden könnten. Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group betrachtet dagegen, welche neuen Tätigkeitsfelder hinzukommen. Sie erwartet im Zuge der Digitalisierung für 2025 fast 400 000 neue Arbeitsplätze in Deutschland.

Ein Blick in die Industriegeschichte zeigt, dass der technische Fortschritt anstatt zu einer massenhaften Vernichtung vor allem zu einer Verschiebung von Jobs führte. Der VDI sieht so in der digitalen Transformation vor allem Disruption: Es entstünden neue Technologien, Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und Märkte. Ihre Erforschung, Entwicklung, Bedienung und Wartung seien die Chance für neue Wertschöpfung und damit für neue Tätigkeitsfelder.

Ingenieure müssen stärker in digitalen Geschäftsmodellen denken: Kennzeichnend für das Ingenieurland Deutschland ist eine für die „Old Economy“ typische Sichtweise: Danach ist das Zusammentreffen zwischen Unternehmen und Kunden vornehmlich auf den „Point of Sale“ begrenzt. In der digitalen Wirtschaft stehe ein Wandel bevor, der genau diese Mechanismen auf den Kopf zu stellen scheine, mahnt der VDI. Die Kundennachfrage gehe immer mehr über das reine Produktportfolio eines Anbieters hinaus. Sie verlange nach Lösungen, Systemen und individuellen Serviceleistungen. Unternehmen sollten daher ihr vorwiegend produktbezogenes Angebot um digitale Geschäftsmodelle und „Smart Services“ ergänzen. Denn Produkte und Serviceleistungen enthielten immer mehr digitale Wertschöpfungsanteile.

Bildung ist die Voraussetzung für die digitale Wirtschaft. Je besser Menschen beim Eintritt ins Berufsleben qualifiziert sind, desto höher stehen die Chancen, dass sie Wertschöpfung generieren, betont der VDI. Kurzum: Bildungsleistungen haben eine enorme Hebelwirkung für den Wohlstand einer wissensbasierten Gesellschaft. Bildungsinhalte und -methoden müssten daher regelmäßig den sich verändernden Qualifikationsanforderungen angepasst werden. Die digitale Bildung sei essenziell für die Qualifizierung über alle Ausbildungsstufen hinweg – in Schule, in beruflicher und akademischer Ausbildung sowie als Bestandteil der beruflichen Weiterbildung.

In seinem aktuellen Statusreport weist der VDI daraufhin, dass die Anzahl und Funktionalität von Assistenzsystemen stetig zunimmt. Darunter fallen sowohl informatorische Assistenzen als auch physische. Momentan liege der Fokus auf Handhabungshilfen und teilautonomen Unterstützungssystemen. Als großer Aktionsbereich hätte sich in letzter Zeit die Entwicklung physischer und digitaler Assistenzsysteme zur Verbesserung der Ergonomie für die Beschäftigten herausgestellt. Schon allein aus Gründen der Akzeptanz erster teilautonomer Systeme verfolgten viele Pilotprojekte vornehmlich Verbesserungen der Ergonomie. Dieses Vorgehen gilt sowohl für die Entwicklung neuer physischer Arbeitshilfsmittel als auch für den Einsatz von Leichtbaurobotern in der Mensch-Roboter-Kollaboration als Montage-, Handling- oder Logistikassistenz und für Anwendungen von Exoskeletten, so der Report.

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