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Dienstag, 12. Dezember 2017

Test

Die Auserwählten: Testfelder in neun Städten

Von Christoph Böckmann, Regine Bönsch | 27. April 2017 | Ausgabe 17

Am 30. Juni ist Stichtag. Bis dahin können deutsche Städte noch Förderanträge einreichen. Es geht ums autonome Fahren. Die Städte sollen eine Testinfrastruktur zur Verfügung stellen, damit Hersteller, Zulieferer und Mobilfunkanbieter dort die Technik für das autonome Fahren weiterentwickeln können.

Denn während auf Autobahnen Fahrzeuge schon viele Tausend Kilometer fahrerlos zurückgelegt haben, fehlt die Erfahrung im komplexen Gewirr der Metropolen. Sie gelten als eine besondere Herausforderung für die Technik.

 Sechs Städte hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Sommer letzten Jahres schon benannt: Braunschweig, Düsseldorf, Dresden, Hamburg, Ingolstadt und München sollen mit von der Partie sein. Einige erhielten bereits Zusagen für Fördermittel vom Bundesverkehrsministerium. Andere sind nun eifrig dabei, an ihren Projektskizzen und Konzepten zu arbeiten. Zusätzlich drängten sich drei andere in die Riege der Tester. Natürlich darf die Hauptstadt nicht fehlen, Kassel ist mit dem Projekt „Veronika“ dabei. Karlsruhe dagegen wollte auf Dobrindts Zusage nicht warten. Die Baden-Württemberger stemmen den Versuch aus eigenen Mitteln.


Der Bund will insgesamt 100 Mio. € für Tests rund um das automatisierte Fahren spendieren. Darunter fallen Autobahn- ebenso wie Versuche mit 5G-Mobilfunktechnik und demnächst auch Tests in den Städten. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre. Für diese Zeit hat sich Dobrindt einiges vorgenommen. „Wir wollen unsere Erfolgsgeschichte beim Automobil digital fortschreiben und die Wachstums- und Wohlstandschancen der Mobilität 4.0 nutzen. Mein Ziel ist, dass Deutschland Leitanbieter für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge ist und zum Leitmarkt wird.“

Jede Stadt hat sich andere Schwerpunkte gesetzt. Die einen testen Tunnelfahrten oder die Anbindung an Autobahnen. Die anderen legen Wert auf Kommunikation mit dem öffentlichen Nahverkehr und Ampelsystemen. Theoretischer geht es im Süden zu. München will zuerst mit Modellrechnungen erforschen, ob und wie das autonome Fahren ihre Straßen entlasten könnte.

Entscheidend dürfte der Austausch zwischen den Versuchsstädten sein. Johanna Haes, Kommunikationschefin vom Karlsruher Forschungszentrum Informatik, weiß: „Die Summe der Testergebnisse beflügelt das autonome Fahren in Deutschland.“

Zumindest die Städte, die bereits vom Bund eine Förderung bewilligt haben, treffen sich alle drei Monate. Das ist aber erst der Anfang. Die Testfelder müssten sich künftig öffnen, so dass jeder sie nutzen könne, betont Patric Stieler, Abteilungsleiter im Düsseldorfer Amt für Verkehrsmanagement: „Schließlich kann ganz Deutschland nur profitieren, wenn aus den Einzelprojekten ein gemeinsames wird. Von der A 9 bei Pfaffenhofen geht es dann ganz schnell auf die A 52 bei Düsseldorf.“

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