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Montag, 11. Dezember 2017

Smartphone-Kameras

Fortschritt jenseits der Megapixel-Zahl

Von Fabian Kurmann | 23. Februar 2017 | Ausgabe 08

Für perfekte Fotos mit Smartphones entwickeln Hersteller Technik, die erst auf den zweiten Blick auffällt.

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Foto: Sony

Smartphone-Optiken sind technisch weit ausgereizt. Ein zusätzlicher Sensorblock verbessert Fokus und Farbwiedergabe.

Wenn man nur die technischen Daten vergleicht, hat sich in den letzten Jahren wenig getan“, sagt Steffen Grosch, Produktmanager für Smartphones bei Sony. „Wie viel Weiterentwicklung es gab, zeigt sich erst, wenn man genauer hinsieht.“ Erst Anfang Februar haben die Japaner etwa ein Smartphone-Kameramodul mit eingebautem Zwischenspeicher vorgestellt, das Aufnahmen mit bis zu 1000 Bildern/s machen kann. Das erlaubt Superzeitlupen in Smartphone-Videos und eine verzerrungsfreiere Abbildung von bewegten Motiven. Bisher waren 240 Bilder/s das Maximum.

Daneben gibt es Entwicklungen, die schon länger auf dem Markt sind, aber aber eher unauffällig aussehen. So haben einige der hochpreisigeren Smartphones einen schwachen Infrarotlaser für die Schärfenbestimmung im Nahbereich verbaut. Durch Fotosensoren ist der Autofokus selbst schneller geworden. „Es gibt zusätzliche Pixel auf dem Chip, die nur den Fokus messen“, sagt Grosch. In der neuesten Generation von Smartphones kommt außerdem ein Umgebungslichtsensor für einen natürlicheren Weißabgleich zum Einsatz. „Die Technologien machen die Kameraautomatik immer treffsicherer, und die benutzen ja die meisten“, so der studierte Nachrichtentechniker. Um die reine Megapixel-Zahl geht es schon lange nicht mehr. Im Gegenteil: „Die Pixelzahl pendelt sich bei allen Herstellern mittlerweile bei 8 Megapixel bis 12 Megapixel ein, gleichzeitig werden die Pixel wieder größer“, sagt Oliver Schindelbeck, Produktmanager für Smartphone-basierte Anwendungen bei Zeiss.

Auch die Optik hat sich weiterentwickelt, denn sie bestimmt zusammen mit dem Bildschirm, wie dünn die Geräte werden können. „In den letzten fünf Jahren wurde die Dicke um mehr als 2 mm reduziert“, sagt Schindelbeck. „Höherwertige Optiken im Smartphone sind heute weniger als 6 mm dick.“ Es gab auch Versuche, den Strahl um die Ecke zu lenken, aber lineare Optiken mit asphärischen Linsen haben sich durchgesetzt. Jetzt ist das Entwicklungspotenzial langsam ausgereizt. „Mit traditioneller Optik werden wir keine großen Schritte in der Reduzierung der Dicke sehen wie bisher“, so Schindelbeck. Da mache die Physik nicht mit.

Flüssigkeitslinsen oder Titandioxid-Linsen sind zwar Ansätze, um die Dicke weiter zu reduzieren. „Im Massenmarkt werden sich neue Technologien aber nur durchsetzen, wenn sie entweder ohne Qualitätsverlust günstiger in der Herstellung sind, oder einen echten neuen Mehrwert für den Anwender bringen“, so der Zeiss-Mann.

Vielversprechend seien sogenannte Arrays, sagt Schindelbeck: „Der Trend geht derzeit zu mehreren Kameras, die über Berechnungsalgorithmen intelligent kombiniert werden.“ In Kooperation mit Leica hat etwa Huawei in ihrem P9 eine zusätzliche Schwarz-Weiß-Kamera für besseren Bildkontrast eingebaut. „Durch die Hinzunahme einer zweiten Kamera können wir viele der oben genannten Grenzen in gewissem Maße umschiffen und bekommen wieder Spielraum für weitere Verbesserungen“, erklärt Benjamin Dueck, Gruppenleiter Optik Design Photo bei Leica Camera.

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