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Dienstag, 12. Dezember 2017

Tour de France

Rund ums Rad

Von Wolfgang Schmitz | 29. Juni 2017 | Ausgabe 26

Mensch und Maschine entscheiden über die Platzierungen. Ingenieuren kommt dabei wachsende Bedeutung zu.

BU Rad
Foto: Foto[M]: panthermedia.net/Stefan Schurr/VDIn

Titelverteidiger Chris Froome oder die Herausforderer Nairo Quintana, Alberto Contador und Richie Porte: Am Ende steht der beste Sportler oben auf dem Siegertreppchen. So sollte es auch bei der diesjährigen Tour de France sein. Ist es aber nicht zwangsläufig. Abgesehen vom Thema Doping, das die Rundfahrt seit Jahrzehnten überschattet, hat auch die Technik entscheidende Auswirkungen auf den Verlauf.

Der Einfluss des Materials auf die Gesamtwertung kann unter dem Strich und nach drei Wochen einige Minuten betragen, wie Robert Kühnen, Ingenieur und Autor des Magazins „Tour“, zu berichten weiß. Ist ein Rad etwa ein 0,5 kg schwerer als das vorgeschriebene Mindestgewicht von 6,8 kg, wird es auf steilen Anstiegen von rund 10 % Durchschnittssteigung um 1,2 s/km abgebremst. 20 % weniger Rollwiderstand durch optimierte Reifen brächten unter gleichen Bedingungen 22 s Gewinn.


Den größten technischen Spielraum sieht Kühnen jedoch in der Aerodynamik, und das, obwohl der Fahrer etwa zweimal mehr Luftwiderstand verursacht als sein Rad. Das wirkt sich vor allem beim Zeitfahren aus, bei dem jeder Fahrer allein auf die Strecke geht und wo in der Regel die Basis für Sieg oder Niederlage gelegt wird. Aerodynamische Details liegen in der Größenordnung von 5 s bis 17 s.

„Wo früher aus Tradition, Erfahrung und Gefühl gestaltet wurde, geben heute Ingenieure die Impulse“, erklärt Kühnen. „Sie stülpen ein Rechennetz mit Millionen von Knotenpunkten über das Modell des Rades und nähern sich im virtuellen Windkanal Schritt für Schritt der optimalen Form an.“ Der konstruktive Aufwand entspreche dem in Luft- und Raumfahrt oder im Motorsport.

Die VDI nachrichten wollten es noch genauer wissen und zerlegten Rad und Mensch in ihre Einzelteile. Aber auch das reicht nicht, um alle zur Verfügung stehenden Mittel aufzuzeigen, die darüber entscheiden, wer in Paris aufs Siegerpodest steigt. Zum Leidwesen der Väter der Tour der Leiden darf daher ein Interview mit einem Dopingexperten nicht fehlen.

Die VDI nachrichten danken Ronny Hartnick und Oliver Hecken vom Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) für die wissenschaftliche Unterstützung.

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