Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Dienstag, 12. Dezember 2017

Gesundheit

Rund um den Fahrer

Von Bettina Reckter | 29. Juni 2017 | Ausgabe 26

Pünktlich zum Start der Tour müssen die Rennradfahrer in Topform sein, um die 21 Etappen in 23 Tagen erfolgreich zu absolvieren.

Nicht umsonst spricht man auch von der „Tour der Leiden“, denn die 21 Etappen in nur drei Wochen haben es in sich. Auf einer Gesamtlänge von 3540 km werden die Fahrer auch in diesem Jahr wieder mit atemberaubender Geschwindigkeit im Flachland wie bei brutalen Anstiegen im Gebirge ihre körperlichen Grenzen ausloten.

 

Was das für die Gesundheit der Sportler bedeutet, wird von vielen durchaus kritisch betrachtet. Schließlich war die Tour regelmäßig von Skandalen um systematisches Doping und plötzlichen Herzstillstand überschattet. Dabei gilt das Motto „Sport ist Mord“ wohl nicht für das berühmteste Radrennen der Welt. Denn eine Studie bescheinigt den Fahrern eine längere Lebenserwartung als Otto Freizeitradler. Forscher um Xavier Jouven von der Descartes-Universität in Paris hatten das Schicksal aller französischer Tourteilnehmer der Jahre 1947 bis 2012 untersucht und festgestellt, dass die Athleten im Schnitt sechs Jahre länger lebten als gleichaltrige Durchschnittsfranzosen.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kamen Forscher der Uni Utrecht. Sie wollten wissen, welchen Effekt es hat, wenn man für kurze Strecken das Auto stehen lässt und aufs Fahrrad steigt. Das kaum überraschende Ergebnis: Regelmäßiges Radeln hebt die Lebenserwartung um bis zu 14 Monate.


So empfiehlt denn auch die Weltgesundheitsorganisation WHO täglich 30 min moderate körperliche Aktivitäten wie Radfahren, um das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen und auch Diabetes zu senken. Das stärkt die Muskulatur und beugt Rückenleiden vor, kurbelt die Fettverbrennung an, schont die Gelenke und schärft die kognitiven Fähigkeiten.

Und: Wer regelmäßig Sport treibt, ist nicht nur fitter und kann sich besser konzentrieren – er wird auch seltener krank. Das hat eine Studie des niederländischen Forschungsinstituts TNO ergeben. Demnach fehlen Arbeitnehmer, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, im Schnitt über einen Tag pro Jahr weniger als ihre Kollegen.

Solange die Teilnehmer der diesjährigen Tour de France also gut vorbereitet an den Start gehen und auf unerlaubte Substanzen zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit verzichten, müssen sich Zuschauer und Fans keine Sorgen um deren Gesundheit machen.

Die VDI nachrichten danken Sebastian Gehlert von der Deutschen Sporthochschule Köln für die wissenschaftliche Unterstützung.

stellenangebote

mehr