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Sonntag, 17. Dezember 2017

Rüstungsforschung

Andere Länder, andere Sitten

Von Peter Steinmüller | 13. Juli 2017 | Ausgabe 28

Google wird von der CIA finanziert? Was wie ein Hirngespinst von Verschwörungstheoretikern klingt, zeigt: Israels Vorgehen, sich militärisch verwendbares Know-how über Risikokapital zu sichern, ist keineswegs einmalig, sondern hat ihr Vorbild in den USA. Dort war die Beteiligungsgesellschaft In-Q-Tel jahrelang an dem Suchmaschinengiganten beteiligt.

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Foto: Bundeswehr/Metternich

Eurofighter: Zur Weiterentwicklung des Jagdbombers stehen in diesem Jahr 220 Mio. € im Bundeshaushalt bereit.

In-Q-Tels einziger Geschäftszweck ist es, dem US-Geheimdienst Zugang zu Technologien zu verschaffen, die der nationalen Sicherheit dienlich sind. Das 1999 gegründete Non-Profit-Unternehmen investiert laut Wall Street Journal jährlich 120 Mio. $ an Steuergeldern in Start-ups. Zu den aktuellen Schwerpunkten gehören die Überwachung der sozialen Netzwerke, IT-Sicherheit und Entschlüsselung mithilfe ultraschneller Quantencomputer.

In den USA stand am Anfang der aktuellen staatlichen Förderung von Rüstungsprojekten die Darpa (Defense Advanced Research Projects Agency). Die Behörde des US-Verteidigungsministeriums wurde als Folge des sogenannten Sputnik-Schocks 1958 gegründet, um die Raumfahrt- und Militärforschung an Universitäten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen voranzubringen. Bekanntestes Ergebnis der von Darpa geförderten Projekte ist das Arpanet. Das Kommunikationsnetz setzte 1969 erstmals das Prinzip der Informationsübertragung in Datenpaketen um und schuf so die Voraussetzungen für das Internet. Heute verwaltet die Behörde ein jährliches Budget von rund 3 Mrd. $.

Die deutsche Rüstungsforschung wird aus dem Verteidigungshaushalt finanziert. Von den für 2017 veranschlagten 37 Mrd. € entfallen 1,2 Mrd. € auf den Posten „Forschung, Entwicklung und Erprobung“. 220 Mio. € soll alleine die Weiterentwicklung des Eurofighter kosten. Das seit Anfang des Jahrtausends im Dienst stehende Mehrzeckkampfflugzeug erhält moderne Luft-Lenkwaffen und ein verbessertes Radar. Im Haushaltsposten enthalten sind die Ausgaben für die Grundfinanzierung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Deutsch-französischen Forschungsinstituts St. Louis und der Fraunhofer-Gesellschaft. Sie erhält mit 68 Mio. € der Löwenanteil. Zu den Projekten zählte 2015 die Entwicklung eines Sensorkonzepts für ein satellitengestütztes Frühwarnsystem gegen Mittelstreckenraketen am Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung in Ettlingen. Das DLR forschte in Braunschweig an einem Verfahren, das Hubschrauberpiloten Flugbahnen berechnet, in denen ihr Fluggerät am wenigsten zu hören ist.

Die EU-Kommission will die nationalen Initiativen jetzt bündeln, um sie effizienter zu gestalten. Alarmiert von einem irrlichternden Trump und einem aggressiven Putin, sollen von der EU bereits in diesem Jahr erste Forschungsprojekte mit 25 Mio. € und ab 2020 mit 500 Mio. € jährlich gefördert werden.  

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