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Donnerstag, 19. Oktober 2017, Ausgabe Nr. 42

Donnerstag, 19. Oktober 2017, Ausgabe Nr. 42

IT-Sicherheit

Attacken aus der digitalen Unterwelt

Von Claudia Burger, Regine Bönsch | 5. Oktober 2017 | Ausgabe 40

Cyberkriminelle bedrohen die Industrie. Auf der Messe IT-SA nächste Woche dreht sich alles um Abwehrmechanismen – auch gegenüber Tätern aus dem Darknet.

S1 Aufmacher Darknet (2)
Foto: Foto [M]: panthermedia.net/Leo Lintang/VDIn

Ursula von der Leyen wirkte echauffiert. Zwei Stunden lang hatte die Bundesverteidigungsministerin mit ihren 27 Kollegen bei einem EU-Treffen in Tallin, Estland, auf eine Cyberattacke reagiert. Kein einfaches Planspiel, „aber wichtig“, wie von der Leyen vor Kurzem resümierte.

Nicht nur die Esten haben sich in ihrer EU-Regentschaft dem Thema IT-Sicherheit verschrieben, auch die Bundesregierung hat erkannt, wie bedrohlich die Lage ist – und mit ihr das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Verfassungsschutz und andere Institutionen. Schließlich geht es um die innere Sicherheit und die Abwehr von Wirtschaftskriminalität. Das belegt auch das Interesse an Europas größter IT-Sicherheitsmesse, der IT-SA, die nächste Woche in Nürnberg beginnt.

Nach einer Analyse von Kaspersky, eines Herstellers von IT-Sicherheitssoftware, erlitt weltweit mehr als die Hälfte aller Industrieunternehmen 2016 einen Cyberangriff mit Folgen. Bei 32 % soll es sich um zielgerichtete Attacken handeln. Tendenz steigend, denn Industrie 4.0 sorgt für mehr Angriffspunkte. „Die Vernetzung von Industrie- und IT-Systemen führt zu neuen Sicherheitsherausforderungen“, sagt Andrey Suvorov, Leiter kritische Infrastrukturen bei Kaspersky.

Die internationale Logistikbranche mit ihren vielen Schnittstellen zwischen zahlreichen Firmen ist längst im Visier von Cyberkriminellen. Für 2017 rechnen Experten der Beratung Oliver Wyman mit Schäden von 3 Mrd. € für die Transporteure. 2020 könnte es doppelt so viel werden. Allein deutschen Logistikern drohe dann 450 Mio. € Schaden.

Hackerattacken, so die Berater, könnten sich gegen Kunden- und Mitarbeiterdaten richten, Sicherheitskontrollen von Lagern überwinden, ins Hafenmanagement eingreifen oder Lieferdrohnen „entführen“. Mehr noch: Im Darknet werden laut Max-Alexander Borreck von Oliver Wyman Werkzeuge angeboten, um Logistikern zu schaden. Er weiß: „Die missbräuchliche Nutzung von Daten setzt heute kaum noch tiefer gehende Programmierkenntnisse voraus, denn vieles lässt sich im Darknet bereits als Dienstleistung oder Softwarepaket erwerben.“

Wo die Werkzeuge auf der einen Seite immer einfacher werden, ist auf der anderen Seite Know-how gefragt. „Im Zeitalter der Digitalisierung gibt es kein Unternehmen mehr, das nicht Kompetenz in der IT-Sicherheit benötigt“, betont Dieter Westerkamp, Bereichsleiter Technik und Wissenschaft im VDI. Doch die Experten sind rar gesät. Es fehlt an Spezialisten für Kryptografie, System- und Softwaresicherheit. Laut IT-Branchenverband Bitkom sind zurzeit 51 000 Stellen in der IT-Sicherheit unbesetzt. Die Hochschulen haben das Thema erst spät für sich entdeckt. Das Studienangebot ist überschaubar.

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