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Donnerstag, 14. September 2017, Ausgabe Nr. 37

Donnerstag, 14. September 2017, Ausgabe Nr. 37

Fokus Technologies to watch

Blick in die Zukunft!

Von Bettina Reckter | 15. Dezember 2016 | Ausgabe 50

Welche Techniken werden in den nächsten Jahren von sich reden machen? Die Redaktion der VDI nachrichten zeigt die Forschungstrends 2017.

S1 Aufmacher (2)
Foto: IBM Research

Forschung an den Technologien von morgen. Hier arbeitet Jerry Chow im Labor bei IBM am Quantencomputer.

Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger brachte es einst so auf den Punkt: „Innovationen geben der Zukunft eine Zukunft.“ Dem renommierten Chemiker dürfte Johanna Wanka zustimmen. Die Bundesforschungsministerin präsentierte am Montag dieser Woche die aktuellen Zahlen des Stifterverbands zu den deutschen Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE). Besonders stolz ist sie auf einen Fakt: 2015 wurde erstmals das Ziel der Bundesregierung erreicht, jährlich 3 % des Bruttoinlandsprodukts in FuE zu investieren – mit öffentlichen wie privaten Mitteln. Damit spielt Deutschland ganz oben im internationalen Vergleich der innovativen Nationen mit – direkt hinter Korea, Japan und Finnland. „Forschung ist die Basis für unsere starke Position als Technologiestandort“, freut sich Wanka.

Deutsche Unternehmen haben im vergangenen Jahr 62,4 Mrd. € in die eigene Forschung gesteckt. Das sind laut Stifterverband 9,5 % mehr als im Vorjahr. Getrieben wurde dieses Wachstum vor allem durch die Automobilindustrie, allen voran Volkswagen. Die Wolfsburger liegen mit 13,2 Mrd. € jährlichen FuE-Investitionen aktuell noch vor Samsung, Amazon und Alphabet (ehemals Google).

Aber wie kommt es, dass ein deutscher Automobilkonzern mehr in die Forschung steckt als internationale IT-Unternehmen? VW muss nicht nur die Folgen des Dieselskandals ausbügeln, sondern – wie andere auch – entscheidende Weichen für die Zukunft stellen. Dazu zählen alternative Antriebe, Sensoren fürs autonome Fahren sowie die Verarbeitung riesiger Datenberge, die in und um das Auto herum erfasst werden. Big Data in seiner mobilsten Form.

Werner Rieche, Geschäftsführer der Software AG Deutschland, hat einen weiteren Trend bei den Automobilherstellern ausgemacht. „Nach Konzeptionen und Pilotprojekten wird die intelligente Produktion in der Halle endlich Realität.“ Damit steht die Branche vor der gleichen Mammutaufgabe wie Maschinenbau, Logistik und Chemie: Industrie 4.0.

Die Digitalisierung in den Werkshallen wird die Arbeitsplätze dramatisch verändern. Da liefern Brillensysteme Zusatzinformationen, Stichwort: Virtual Reality. Mensch und Roboter arbeiten künftig Hand in Hand. Stichwort: Kollaboration. Mit jeder Aktion lernen die Maschinen selbstständig hinzu. Stichwort: Künstliche Intelligenz. Sascha Hermann, Geschäftsführer der VDI Technologiezentrum GmbH, ist überzeugt: „Die Digitalisierung wird in allen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft – von Industrie 4.0 bis E-Health – neue Lösungen für die großen Herausforderungen der Zukunft liefern.“

Doch Daten, das neue Gold unserer Wirtschaftswelt, verlangen nach mehr. Ihre Verarbeitung muss noch schneller und effizienter werden. Grundsteine dafür legen Photonik und Quantencomputer, die ohne üppige öffentliche Forschungsgelder – auch vom Bundesforschungsministerium – nie das Licht der Welt erblicken würden. Diese Techniken stehen auch für Anwendungsfelder, die in Ansätzen ferner von kommerziellen Interessen sind, wie Medizin-, Umwelt- und Klimaforschung.

  Seiten 20 bis 23

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