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Dienstag, 12. Dezember 2017

Abgasskandal

Daimler in der Bredouille

Von Peter Kellerhoff | 4. Mai 2017 | Ausgabe 18

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte sich noch 2016 beim Thema Dieselfahrzeuge weit aus dem Fenster gelehnt: „Bei uns wird nicht betrogen, bei uns wurden keine Abgaswerte manipuliert. “ Seine Glaubwürdigkeit bekommt immer größere Risse, denn der Konzern schließt empfindliche Strafen durch US-Behörden wegen möglicherweise unerlaubter Funktionen in Dieselmotoren nicht mehr aus.

10-einsp. Bildnachweis
Foto: Thomas Lerch / VISUM

 

Das gab Daimler im Quartalsbericht am vergangenen Mittwoch bekannt.

Bereits 2016 hatte Verkehrsminister Dobrindt mehrere Hersteller zu einem freiwilligen Rückruf verdächtiger Dieselmodelle aufgefordert.Unter ihnen auch Modelle der Marke Mercedes. Anlass war, dass verschiedene Autos bei Abgasnachmessungen des Kraftfahrt-Bundesamts durch stark erhöhte Stickoxidwerte aufgefallen waren.

Jetzt laufen in Deutschland und den USA Ermittlungen der Behörden gegen Daimler. Es geht um die Frage, ob auch Mercedes bei der Abgasbehandlung gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen hat. Beim Stuttgarter Konzern gibt man sich derweil zuversichtlich und betont, sich an die Vorgaben gehalten zu haben. Dennoch könne nicht ausgeschlossen werden, dass die ermittelnden Behörden zu einem anderen Schluss gelangen. Wie auch im Fall VW könnten dann erhebliche Geldstrafen oder Rückrufaktionen die Folge sein.

In der Kritik stehen dabei die sogenannten Thermofenster: Bei den Fahrzeugen vieler Hersteller arbeitet die Abgasreinigung erst ab einer bestimmten Außentemperatur, häufig erst oberhalb von 10 °C. Die offizielle Begründung: Motorschutz. Temperaturen unter 10 °C erkennt die Motorsoftware und fährt in vielen Daimler-Motoren die Abgasreinigung nahezu herunter. Das entspricht sogar geltendem EU-Recht, denn die Abgasreinigung darf abgeschaltet werden, wenn dadurch der Motor Schaden nehmen könnte.

Bislang akzeptieren deutsche Behörden eine solche Argumentation, Experten und Juristen äußern jedoch Zweifel, ob sie wirklich den Tatsachen entspricht, bzw. rechtens ist.

Sollten die Klagen in den USA Erfolg haben, droht Daimler ein ähnliches Schicksal wie dem VW-Konzern – milliardenschwere Strafen inklusive. Daimler schließt daher nicht aus, dass es „erhebliche nachteilige Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnte“.pek

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