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Dienstag, 12. Dezember 2017

Chemie

Das Herz schlägt in NRW

Von Ralph H. Ahrens, Wolfgang Schmitz | 4. Mai 2017 | Ausgabe 18

Nordrhein-westfälische Unternehmen und Forschungsverbünde treiben Branche voran.

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Foto: Bayer AG

An Rhein und Ruhr pulsiert die Chemie- und Pharmaindustrie. Bayer ist das Flaggschiff.

Ohne Ingenieure geht nichts. Das betont Friedrich Überacker, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbands Chemie Rheinland. Sie entwickeln, steuern, warten und optimieren unzählige Prozesse in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Die Branche ist der viertgrößte Industriezweig in Deutschland. Ihr Herz schlägt in Nordrhein-Westfalen.

Mit knapp 50 Mrd. € erwirtschafteten die dort ansässigen Chemie- und Pharmazieunternehmen im Jahre 2015 weit mehr als Hessen, das nur den zweithöchsten Umsatz generierte. In der Branche arbeiteten in NRW rund 107 000 Beschäftigte – Trend kontinuierlich steigend. In Bayern und Hessen waren es jeweils rund 60 000. Mit den beiden großen Standorten Rhein-Ruhr und Westfalen hat NRW internationale Strahlkraft. Dominiert wird die Branche von Global Playern wie Bayer, Lanxess und Evonik sowie einem starken Mittelstand, der laut VCI (Verband Chemische Industrie) die Branche zu mehr als 80 % prägt. Ein Viertel der Bayer-Belegschaft hat einen ingenieurspezifischen Hintergrund. Gefragt sind im Konzern neben Chemieingenieuren auch Elektro- und Verfahrenstechniker, Maschinenbauer und Biotechnologen. Bei Instandhaltung und Anlagenverfügbarkeit, aber auch bei der Digitalisierung liege die Chemiebranche speziell in NRW gut im Rennen, meint Ljuba Woppowa, Geschäftsführerin der VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen. „Das ist aber auch nötig, um die hohe Qualität des Standortes zu halten.“ Das Beispiel England zeige, wohin die Vernachlässigung technischer Ausstattung führe: „Mit verrotteten Anlagen kann man eben nicht zeitgemäß produzieren.“ Die Umsätze sänken dort rapide. Dem VDI liege deshalb insbesondere die Ausbildung von Betriebsingenieuren am Herzen.

Um die Spitzenposition zu behaupten, forschen in NRW interdisziplinäre Verbünde an Erdölalternativen zum Ausgangsstoff für Chemikalien. Im Zentrum stehen Verfahren, um aus Kohle chemische Substanzen zu gewinnen.

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