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Freitag, 15. Dezember 2017

Jubiläum

Die Nabelschnur der Insel Sylt

Von Regine Bönsch | 1. Juni 2017 | Ausgabe 22

Wer heute die nordfriesische Insel Sylt erreichen will, tut das zumeist per Bahn über den Hindenburgdamm. Er wurde am 1. Juni vor 90 Jahren von Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847–1934) eröffnet und galt damals als Prestigeobjekt.

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Foto: Imago/Arkivi

1927 eingeweiht, 2017 unersetzlich: Am 1. Juni vor 90 Jahren fuhr Reichspräsident Paul von Hindenburg im Salonwagen über den neuen, rund 11 km langen Damm von Klanxbüll nach Sylt. Heute gelangen so Waren und Menschen auf die Insel.

Die Planungen begannen bereits 1910. Dringlich wurde es Jahre später. Nach der Abstimmung über die Grenzziehung 1920 fiel Hoyer, der Haupthafen für die Fähre nach Sylt, an Dänemark. Die Insulaner waren abgeschnitten.

1500 Arbeiter bauten von 1923 bis 1927 den 50 Fuß breiten Damm. Dafür wurden 3 Mio. m3 Sand und Klei sowie 120 000 t Steine vom Festland angefahren. Heute führt der 11,3 km lange Damm 8,1 km durchs Wattenmeer. Nicht nur Personen, sondern auch Kfz werden über die zweigleisige Strecke transportiert. Lebensmittel, Baumaterial, Servicepersonal, Touristen – das alles erreicht die Insel über die Schiene. Sturmfluten und Eisschollen hat der Hindenburgdamm bereits getrotzt. Hunderttausende Euro investiert die Bahn jährlich, um die Nordsee weiterhin auf Abstand zu halten.

Für Inselbürgermeister Nikolas Häckel steht fest: „Das ist unsere Nabelschnur.“ Der Damm sei Segen und Fluch zugleich. Wenn Züge wegen kaputter Kupplungen ausfallen oder Bauarbeiten die Strecke lahmlegen, spüre man die Abhängigkeit. So wie in den letzten Wochen, wo es nach Gleisbauarbeiten zu drastischen Verzögerungen kommt.  rb

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