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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Sport

Die Tour der Technik

Von Bettina Reckter, Wolfgang Schmitz | 29. Juni 2017 | Ausgabe 26

Wenn in Düsseldorf der Startschuss für die Tour de France fällt, müssen Technik und Sportler in Bestform sein. Das Thema Doping fährt mit.

S1 Aufmacher Tour de France (2)
Foto: Foto [M]: panthermedia.net/Erich Dr. krewani/aureliano1704/VDIn

Vor der Düsseldorfer Skyline nehmen die Fahrer die 3540 km lange Tour de France in Angriff.

Es ist nicht zwangsläufig der talentierteste und härteste Fahrer, der am Ende der Tour de France in Paris aufs Siegertreppchen steigt. Möglicherweise fuhr er im besten Team. Vielleicht aber verstanden auch die Mechaniker, das Rad für den Sportler und die äußeren Einflüsse zu optimieren. Denn beim bedeutendsten Radrennen der Welt, das nach 30 Jahren wieder in Deutschland startet, gilt die Ingenieurleistung als wesentlicher Baustein für den Erfolg.

Düsseldorf ist an diesem Samstag Gastgeber des Grand Départ. Von dort aus machen 198 Teilnehmer aus 13 Ländern auf 21 Etappen in 23 Tagen Jagd auf das heiß begehrte gelbe Trikot des Spitzenreiters.

Da das Gewicht der Räder 6,8 kg nicht unterschreiten darf, konzentriert sich die technische Entwicklung vor allem auf die Verbesserung der Aerodynamik, entsprechend windschnittig sind Rahmen und Felgen aus Carbon. Die Entscheidung, auf welchen Kettenblättern er fährt, nimmt die Technik dem Fahrer ab. Der Sportler muss mit der elektrischen Schaltung nur „schwerer“ oder „leichter“ wählen. Den passenden Gang legt die elektrische Schaltung ein. Dass es dennoch lohnt, das Gewicht nicht aus den Augen zu verlieren, beweist ein Blick auf die Ketten. Sie haben hohle Nieten, also Verbindungen der Glieder, um Gewicht zu sparen.

Der technische Fortschritt hat seine Haken. So reagieren die heute üblichen Rahmen aus Faserverbundstoffen um ein Vielfaches empfindlicher auf Schäden als jene aus Aluminium.

Abseits der Technik steht die Tour in der Kritik, ein Sammelbecken für Dopingsünder zu sein. Auch in diesem Jahr wird die Welt genau hinschauen, ob die Sportler ihre Spitzenleistungen mithilfe unerlaubter Substanzen zustande bringen und wie sie die Strapazen der rund 3540 km langen Strecke mit ihren gewaltigen Anstiegen im Gebirge meistern.

Doping-Fachmann Werner Franke geht mit den Verantwortlichen hart ins Gericht. In dem verlogenen Tour-Geschäft tummelten sich zahlreiche zweifelhafte Gestalten, die mit dem Leben der Sportler spielten. „Das sind Verbrecher, das sage ich denen ins Gesicht.“ Verbände und Gerichte würden diese „Kriminellen“ decken.

Dabei ist Radfahren so gesund. Täglich 30 min auf dem Rad senken das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen erheblich. Es stärke die Muskulatur und beuge Rückenleiden vor, kurbele die Fettverbrennung an, schone die Gelenke und schärfe die kognitiven Fähigkeiten, weiß Sportwissenschaftler Sebastian Gehlert von der Deutschen Sporthochschule Köln. Und Forscher der Descartes-Universität in Paris haben herausgefunden, dass Radrennfahrer im Schnitt sechs Jahre länger leben als Durchschnittsbürger.

INTERVIEW ZUM THEMA

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„Sie lügen immer noch“

Werner Franke gibt nicht klein bei. Die Tour de France liege in den Händen von Kriminellen, meint der Doping-Kritiker.

 

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