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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Fokus digitaler Wandel am Bau

Die vernetzte Art zu bauen

Von Fabian Kurmann | 9. März 2017 | Ausgabe 10

Die Branche hofft auf mehr Produktivität durch Vernetzung.

S1 Aufmacher (2)
Foto: Autodesk

Ein digitales Abbild des Bauprozesses ist das Resultat von BIM. Dafür müssen alle Beteiligten von der Planung an durchgängig digital zusammenarbeiten.

Analysten stellen der Bauwirtschaft erneut ein schlechtes Zeugnis aus. „Durch deren niedrige Produktivität entgehen der deutschen Wirtschaft jährlich fast 100 Mrd. €, gleichzeitig wird der Infrastrukturbedarf des Landes nicht gedeckt“, sagt Jan Mischke, Infrastrukturexperte des McKinsey Global Institute (MGI).

In den vergangenen 20 Jahren wuchs die Produktivität der globalen Bauwirtschaft laut einer aktuellen McKinsey-Studie um durchschnittlich 1 %. Wenig im Vergleich zur Weltwirtschaft mit 2,8 %. Das Verhältnis sieht in Deutschland ähnlich aus.

Als ein Ansatz, mit den gegebenen Ressourcen mehr zu erwirtschaften, gilt Building Information Modeling, kurz BIM. Darunter verstehen Experten eine durchgängig digitale Zusammenarbeit über die Gewerke hinweg. Die Reformkommission des Bundesverkehrsministeriums für den Bau von Großprojekten hatte diese Planungsmethode in ihrem Aktionsplan bereits 2015 vorgeschlagen. Doch der Wandel, den das mit sich bringt, ist vergleichbar mit der Umstellung von Zeichenbrett auf CAD. Die notwendigen Veränderungen kommen nur langsam in Gang.

„Politik und Wirtschaft in Deutschland müssen sich entscheiden“, sagt Heinz Ehrbar, Leiter Management Großprojekte bei der DB Netz AG. Es gehe nicht um hoch komplizierte Technik, sondern nur um die richtige Abwicklung von Projekten. Er warnt: Falls das nicht umgesetzt werde, „wird die deutsche Bauwirtschaft nicht mehr lange konkurrenzfähig sein“. Lohnen würde es sich, davon ist Analyst Mischke überzeugt: Wenn die Baubranche global ihre Produktivitätsfortschritte dem Niveau der Gesamtwirtschaft angleichen würde, könnte sie bei identischem Ressourceneinsatz künftig weltweit 50 % mehr an Infrastruktur bauen.

Da Architekten und Ingenieure auf den Wandel vorbereitet werden müssen, kommt der Aus- und Weiterbildung hier eine zentrale Rolle zu. „BIM fängt an der Uni an“, sagt Gabriele Seitz von der Bundesarchitektenkammer. Das Thema solle im Studium mehr Gewicht erhalten.

Die Unterstützung seitens der Politik ist noch mau. Helmut Bramann, Geschäftsführer beim Bundesverband der Deutschen Bauindustrie: „Ein Problem, mit dem wir kämpfen, sind derzeit drei Ministerien, die sich nur partiell um eigentlich zusammengehörende Leistungsbereiche unserer Wertschöpfungskette kümmern.“ Das Bundesbau-, -verkehrs- und -forschungsministerium sprechen nicht immer eine gemeinsame Sprache.

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