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Donnerstag, 22. Juni 2017, Ausgabe Nr. 25

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Fokus

Es werde Licht

Von Stefan Asche, Martin Ciupek, Bettina Reckter | 16. Februar 2017 | Ausgabe 07

Die Lasertechnik steht vor dem nächsten Sprung. Digitalisierung und Vernetzung öffnen neue Einsatzfelder.

S1 Laser Aufmacher (2)
Foto: TU Wien

Extrem fokussiert: Die Photonik gilt unter Experten als Schlüsselfaktor für die Umsetzung des digitalen Wandels.

Licht ist vielseitig – stark und schonend zugleich. Dazu individuell einsetzbar je nach Anwendung. In der Medizintechnik gelten Laser deshalb schon seit Jahren als zuverlässige Universalwerkzeuge.

Das gilt längst auch für die Produktion. Kaum ein Prozess, in den nicht sinnvoll ein Laser eingebunden werden kann. So hilft er beim Fügen, Schneiden, Beschriften, Gravieren und Reinigen. Von seiner elementaren Bedeutung für die additive Fertigung ganz zu schweigen. Er härtet dort selektiv Photopolymer aus und verschmilzt Kunststoff- oder Metallpulver zu gewichtsoptimierten, bionisch geformten Bauteilen.

„Neben dem immensen Potenzial für die Materialbearbeitung werden Laser auch in der Mess-, Prüf- und Identifikationstechnik zunehmend geschätzt“, erläutert Markus Heseding, Geschäftsführer des Fachverbandes Präzisionswerkzeuge im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Laser machen so den Weg frei für hoch automatisierte, selbstüberwachende Fertigungslinien und Industrie 4.0. Hier spielt die Lasertechnik zunehmend ihre Stärken aus, z. B. im lasergestützten Kalibriersystem des Kabelspezialisten Leoni. „Wir vermessen Werkzeuge bzw. Vorrichtungen in bis zu sechs Freiheitsgraden“, erläutert Johannes Kemp, Leiter Entwicklung Machine Perception bei Leoni.

Den Lasern gehört die Zukunft, da sind sich die Experten einig. Bereits in drei Jahren wird ein weltweiter Umsatz in Höhe von 615 Mrd. € erwartet, heißt es in der just aktualisierten Fassung der „Agenda Photonik 2020“, die in einem vom Bundesforschungsministerium geförderten Strategieprozess von Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam erarbeitet wurde. Danach lag das Produktionsvolumen der deutschen Photonikbranche 2015 bei 31 Mrd. €. Es könnte auf 44 Mrd. € im Jahr 2020 anwachsen, was einem Weltmarktanteil von 7,2 % entspräche. Die Exportquote der Branche ist extrem hoch. Zwei von drei Produkten gehen ins Ausland.

Noch sind die industrielle Produktion, die Bildverarbeitung und Messtechnik sowie die Medizintechnik die wichtigsten Anwendungsfelder für Photonik aus Deutschland. Die Integration der Technik in Chipsysteme sowie neue Arten von Mensch-Maschine-Schnittstellen, die Bedienelemente auf Arbeitsflächen projizieren, sollen nun weitere Einsatzfelder erschließen.

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