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Sonntag, 17. Dezember 2017

Fokus Zukunft des Diesel

Feinstaub stoppt Diesel

Von Peter Kellerhoff | 2. März 2017 | Ausgabe 09

Mit Stuttgart beschließt die erste deutsche Stadt ein Fahrverbot für ältere Dieselautos. Ein weiterer Sargnagel für Diesel in Kleinwagen.

S1 Aufmacher Feinstaub (2)
Foto: Foto [M]: dpa Picture-Alliance/Daniel Naupold/VDIn

Lang diskutiert, jetzt offiziell: Mit Stuttgart hat die erste deutsche Stadt beschlossen, ab 2018 älteren Dieselfahrzeugen bei erhöhter Feinstaubbelastung die Zufahrt zur Innenstadt zu verbieten. Andere Städte – wie etwa München – haben angekündigt, dem Stuttgarter Beispiel zu folgen.

Keine Frage: Spätestens seit den Abgasmanipulationen des VW-Konzerns hat der Dieselmotor ein Imageproblem. Nun kommt das Stuttgarter Fahrverbot für rund 73 000 Fahrzeuge, die die Euro-6-Abgasnorm nicht einhalten, hinzu. Besonders betroffen dürften Gewerbetreibende sein, denn sie können mit ihren Zementsäcken, Leitern und Lebensmitteln nicht auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen.

Hinzu kommen Probleme mit Stickoxiden. Laut Berechnungen des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Universität Harvard sind in den USA rund 60 Menschen vorzeitig durch Stickoxide, die manipulierte VW-Dieselmotoren in die Luft geblasen haben, gestorben. Forschungen belegen zudem einen Zusammenhang zwischen erhöhten Konzentrationen an Feinstaub und der Alzheimererkrankung.

Die emittierten Feinstäube und Stickoxide werden oftmals dem Dieselmotor angelastet. Doch sie sind nur für ein Viertel des Feinstaubs verantwortlich, wie eine EU-Studie zeigt. Zudem ist „von 1992 bis heute der Partikelausstoß bei Dieselfahrzeugen um 97 % zurückgegangen“, verdeutlicht Michael Krüger, Entwicklungsdirektor Systementwicklung Diesel bei Bosch. Bei aktuellen Dieselmotoren, die gerade von Herstellern wie Daimler, BMW oder Audi auf den Markt gebracht werden, sei der Stickoxidausstoß im Vergleich zu den Euro-6-Vorgängermodellen um circa 80 % gesenkt worden. „Damit werden die aktuellen gesetzlichen Vorgaben sogar übererfüllt“, erklärt Thomas Koch, Leiter des Instituts für Kolbenmaschinen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). „Es gibt schlicht und einfach kein Stickoxidproblem beim neuen Diesel mehr.“

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