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Dienstag, 12. Dezember 2017

Jubiläum

Ganz allein von New York nach Paris

Von Claudia Burger | 18. Mai 2017 | Ausgabe 20

Vor 90 Jahren überquerte Charles Lindbergh als Erster im Alleinflug den Atlantik. Später erlebte er auch die Schattenseiten des Ruhms.

S3 Unten (2)
Foto: ddp images/INTERTOPICS/mptv

Charles Lindbergh posiert vor seiner „Spirit of St. Louis“. Am 20. Mai 1927 startete der damals 25-Jährige zum ersten Alleinflug über den Atlantik – von New York bis nach Paris in mehr als 33 Stunden.

Heute dauert der Flug von New York nach Paris keine acht Stunden. Vor 90 Jahren noch undenkbar. 25 000 $ Preisgeld versprach ein Hotelier dem, der das Wagnis des Nonstop-Flugs vom Hudson an die Seine oder umgekehrt als Erster bestehen würde. Charles Lindbergh, ein junger Mann von 25 Jahren und erst 1924 bei der US-Luftwaffe zum Piloten ausgebildet, stellte sich der Herausforderung.

Sein erstes Problem: Er hatte kein geeignetes Flugzeug. In seiner Freimaurerloge fand er finanzkräftige Sponsoren und ließ sich binnen weniger Wochen eine einmotorige Maschine nach seinen Vorstellungen bauen. Die „Spirit of St. Louis“ war 8,5 m lang und hatte eine Spannweite von 14 m. Außer großem Tank und Motor bot das aus beplanktem Stahlrohr konstruierte Flugzeug nicht viel. Weder Heizung noch Funk- oder Navigationsgeräte waren an Bord, als Lindbergh um 7:54 Uhr am 20. Mai 1927 auf dem New Yorker Flugplatz Roosevelt-Field gen Osten abhob.

Die von Buchmachern erwartete Bruchlandung kurz nach dem Start fiel aus. Lindbergh erreichte trotz Übermüdung und teils extrem widriger Wetterbedingungen fast exakt an der vorher festgelegten Stelle die irische Küste. Danach ging es auf Sicht weiter über England und den Kanal Richtung Paris. Nach 33,5 Stunden Flugzeit landete er in Le Bourget und gewann das Preisgeld.

Dem Jubel der Menschen in Paris folgte später in New York eine der berühmten Konfetti-Paraden. Allerdings war Lindbergh nicht der Erste, der den Atlantik nonstop überquerte. Aber er war der Erste, der von New York nach Paris diesen Flug allein wagte.

Die Schattenseiten des Ruhms erlebte Lindbergh 1932, als sein knapp zweijähriger Sohn entführt und später ermordet wurde. Während des Zweiten Weltkriegs engagierte er sich gegen den Kriegseintritt der USA in einer Organisation mit dem Namen „America first“, galt als Antisemit und Nazi-Sympathisant. Erst unter Präsident Eisenhower wurde er rehabilitiert. Lindbergh starb 1974. Erst lange nach seinem Tod wurde bekannt, dass er mit mehreren Frauen in Europa insgesamt sieben Kinder hatte.

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