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Dienstag, 12. Dezember 2017

Geburtstag

Gewiefter Unternehmenslenker

Von Jens D. Billerbeck | 25. Mai 2017 | Ausgabe 21

Vor 175 Jahren wurde August Thyssen geboren. Aus dem integrierten Hüttenwerk in Duisburg entstand ein umfassendes Firmenimperium.

S3 Thyssen (2)
Foto: Thyssenkrupp Konzernarchiv

August Thyssen galt bei Zeitgenossen als sparsam und eifrig. In der Öffentlichkeit stand der nur 1,56 m große Firmengründer und Familienpatriarch äußerst ungern.

Er legte den Grundstein für den Erfolg der deutschen Stahlindustrie an Rhein und Ruhr: August Thyssen, der vor 175 Jahren geboren wurde. Am 17. Mai 1842 kam der spätere Firmengründer in Eschweiler bei Aachen auf die Welt.

Nach Studienjahren in Karlsruhe und Antwerpen arbeitete er zunächst im väterlichen Bankhaus, bevor er 1867 mit mehreren Verwandten in Duisburg das Eisenwerk „Thyssen-Fossoul & Co“ gründete. Am 17. Dezember 1891 wurde im Stahlwerk Duisburg-Bruckhausen, dem jetzigen Oxygenstahlwerk 1, der erste Stahl erschmolzen und damit der Grundstein für die heutige Thyssenkrupp Steel Europe AG gelegt. Mit mehr als 14 000 Mitarbeitern ist das Unternehmen nach eigenen Angaben bedeutendster Arbeitgeber Duisburgs, des nach wie vor größten Stahlstandorts Europas.

„August Thyssen war eher gewiefter Unternehmenslenker als genialer Ingenieur“, charakterisiert Manfred Rasch, Leiter des Thyssenkrupp-Konzernarchivs. „Aber welche erfolgreiche Basis er mit dem Bau des integrierten Hüttenwerks im Duisburger Norden geschaffen hat, sieht man daran, dass der Standort am Rhein auch etwas mehr als 125 Jahre nach Produktionsbeginn weiterhin zu den leistungsstärksten Werken in Europa zählt.“

Unter dem nur 1,56 m großen Stahlbaron entwickelte sich sein Konzern zu einem führenden Stahlproduzenten und Bergwerksunternehmen. Als „Wirtschaftsbürger“, wie ihn Biograf Jörg Lesczenski bezeichnete, brachte es August Thyssen zu großer Bekanntheit.

Neben seiner wirtschaftlichen Tätigkeit, „einen Konzern durch eigenen Aufbau organisch“ wachsen zu lassen, wurde ihm durchaus auch menschliches und soziales Denken und Handeln bescheinigt. Der viel beschäftigte Mann kümmerte sich aber wenig um seine vier Kinder, von seiner Ehefrau ließ sich der unermüdliche Arbeiter scheiden.

Doch vereint mit Teilen seiner Familie ist August Thyssen nach seinem Tod am 4. April 1926: In der Gruft von Schloss Landsberg bei Kettwig, das Thyssen als Wohnsitz wählte und aufwendig umbauen ließ, befinden sich neben seiner Grabstätte unter anderem die seiner Söhne Fritz und Heinrich.

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