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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Europapolitik

„Glasfaserkabel gehört an jeden Acker“

Von Peter Steinmüller | 18. Mai 2017 | Ausgabe 20

„Eigentlich ist Cebit das ganze Jahr“, erklärte Günther Oettinger in seiner Rede auf dem Deutschen Ingenieurtag (DIT): Denn digitale Technologien seien längst Teil der industriellen Wertschöpfung geworden. Er sprach in der Rolle als EU-Digitalkommissar, die er bis Ende 2016 inne hatte.

S6 BU Oettinger

Günther Oettinger will mit Investitionen in die IT-Infrastruktur Europas Wettbewerbssituation stärken.

 Entsprechend skizzierte er die Eckpfeiler der EU-Digitalstrategie:

Infrastruktur: „Wir können eher Schlaglöcher als Funklöcher akzeptieren“, so Oettinger, denn Funklöcher verdürben das Geschäft. Bis 2025 investiere die EU deshalb 500 Mrd. € in schnelles Internet. Glasfaserkabel und 5G-Mobilfunk gehörten „in jedes Gebäude, jede Fabrik und an jeden Acker“, um im Wettbewerb etwa mit den USA, Südkorea und Israel zu bestehen.

IT-Exzellenz: Herausragende Universitäten wie Harvard oder Stanford waren Oettinger zufolge die Keimzellen des Silicon Valley. Im weltweiten Ranking seien europäische Unis aber abgeschlagen. Hier fordert Oettinger eine Aufholjagd.

Datenschutz: Um den US-Konzernen Paroli zu bieten, sei eine einheitliche Datenschutzrichtlinie notwendig, die in einem Jahr in Kraft trete: „Lieber einmal Bürokratie als 28-mal.“

Cyber-Security: Risiken der Industrieproduktion hätten die Unternehmen im Griff, so Oettinger. Aber in den Schutz gegen Angriffe aus dem Internet werde zu wenig investiert, es fehle das Bewusstsein. Hier müssten Standards geschaffen werden und zunächst die kritische Infrastruktur wie die Energieversorgung und Luftraumüberwachung geschützt werden.

Arbeit 4.0: Der EU-Kommissar forderte eine IT-Gundkompetenz-Qualifikation „vom Hausmeister bis zum CEO“ und die Ausbildung von mehr IT-Spezialisten.

Plattformen: Bei grenzüberschreitenden Projekten wie Cyber-Security und Infrastrukturmaßnahmen sollen internationale Foren die Standards erarbeiten.

Forschungsprojekte und Supercomputing: Industrie und EU-Staaten sollen gemeinsam in Forschung investieren. Den Bedarf an schneller Rechnerleistung zu Forschungszwecken sollen zwei oder drei Hochleistungscomputer decken, die EU-weit genutzt werden.pst

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