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Donnerstag, 23. März 2017, Ausgabe Nr. 12

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Porträt der Woche

Ingenieurin mit Sinn für packende Storys

Von Simone Fasse | 9. Februar 2017 | Ausgabe 06

Britta Muzyk-Tikovsky, Wirtschaftsingenieurin und Storytelling-Expertin, schreibt Science-Fiction-Romane im eigenen Verlag.

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Foto: Capscovil

Packendes aus der Welt der Technik erzählt Britta Muzyk-Tikovsky in ihren Romanen und Kurzgeschichten.

Spannung, Gefühl und neueste Technologien – das klingt nach den Zutaten für eine Agentengeschichte. Britta Muzyk-Tikovsky, Wirtschaftsingenieurin und Storytelling-Expertin, kombiniert in ihrem Boutique-Verlag genau diese Elemente – in Science-Fiction-Romanen oder packenden Kurzgeschichten. Die Besonderheit: Unternehmen können sich einbringen. „Marken können ihre Botschaft oder ihre neuesten Innovationen emotional in einer Geschichte verpacken, und damit nachhaltig im Gedächtnis ihrer Kunden bleiben“, sagt die 47-Jährige. Sie reizt es, immer wieder etwas Neues zu lernen. „Typisch Ingenieurin“, schmunzelt die Bayerin.

Zur Person: Britta Muzyk-Tikovsky

Britta Muzyk-Tikovsky kennt sich aus mit neuen technischen Entwicklungen. Nach ihrem Studium in Karlsruhe arbeitete sie zunächst im technischen Vertrieb bei einem mittelständischen Unternehmen für Industrietextilien, danach war sie im Verkauf und der Unternehmensentwicklung bei Firmen wie Intel, Teradyne oder W. L. Gore tätig. Wichtig ist es ihr, jede Stufe im Entwicklungs- und Produktionsprozess zu verstehen. „Irgendwie drehte sich bei mir schon immer alles um die Themen Innovation und Automobil.“ So gehörte sie zu den Pionieren, die sich bei Intel mit vernetzten Anwendungen im Automobil beschäftigt haben.

Eine schwere Krankheit stellte jedoch alles auf den Kopf und brachte sie dazu, in ihrem Leben neue Prioritäten zu setzen. „Glück im Unglück“, wie sie heute im Rückblick sagt. Denn immer lauter meldeten sich die Unternehmerin und die Autorin in ihr. 2009 beschloss sie, ihre Leidenschaft für Literatur mit ihrem Wissenshunger und ihrer Begeisterung für neue Technologien zu verbinden. Solarbetriebene Robotergewächshäuser, selbstfahrende Wartungsfahrzeuge – in ihren Texten experimentiert sie mit Visionen und verknüpft Fakten rund um Technologien mit fiktiven Helden und Geschichten. „Meine Mission ist es, technische Themen spannend und unterhaltsam zu vermitteln.“

Natürlich darf dabei auch das Thema Mobilität nicht fehlen, so wie in ihrem Projekt „Black Hungarian“. „Das ist eine wirklich ungewöhnliche Lektüre“, sagt Muzyk-Tikovsky stolz. Denn in dem Buch, das sie gemeinsam mit einem britischen Co-Autor verfasst hat, werden alle relevanten Informationen zu Elektrofahrzeugen und deren Technologie gebündelt und mit aktuellen Themen der IT-Cybersecurity sowie Fakten zur NSA-Affäre verknüpft – nicht als klassisches Fachbuch, sondern als mitreißender Spionagethriller. „Die Blaupause für das Buch lieferten echte Ereignisse der weltweit größten Elektrofahrzeug-Rallye Wave 2013. Deren Teilnehmer, allesamt Enthusiasten und Experten, die ich während der Rallye kennenlernte, standen Pate für die Figuren“, so die Geschäftsführerin des Capscovil-Verlags, an dem auch ihr Ehemann beteiligt ist. „Den Firmennamen verdanken wir übrigens unserer Vorliebe für Wortspiele und scharfes Essen“, verrät sie. „Er setzt sich zusammen aus Capsaicin – dem aktiven Stoff der Peperoni, der die Schärfe ausmacht – und Scoville – der Maßeinheit, mit der der Schärfegrad bestimmt wird.“

Nur an ihrem Schreibtisch im malerischen Glonn bei München zu sitzen, reicht der umtriebigen Wirtschaftsingenieurin jedoch nicht. Immer wieder zieht es sie in die Labore von Technologieunternehmen – entweder für die Recherche oder um selbst neue Ideen zu entwickeln. Seit Kurzem berät sie deshalb unter anderem das Start-up Next Future Transportation, das ein neues Konzept für smarte und umweltfreundliche Mobilität in Großstädten umsetzen will. Nicht nur bei diesem Engagement kommt Muzyk-Tikovsky ihre persönliche Vernetzung sowohl in der Branche als auch in der bayerischen Metropole zugute. Hier gründete sie gemeinsam mit der Start-up-Expertin Annette Leonhard-MacDonald die Diversity Natives, die sich für gleiche Chancen und gemischte Teams in der Wirtschaft einsetzen. Keine Frage, Britta Muzyk-Tikovsky ist dafür längst selbst eines der besten Vorbilder.

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