Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Nachhaltigkeit

„Innovationen schnell an den Markt bringen“

Von Ralph H. Ahrens | 25. Mai 2017 | Ausgabe 21

Friedrich Barth, CEO des Kompetenzzentrums ISC3, über die Ziele der neuen Einrichtung.

VDI nachrichten: Herr Barth, was ist für Sie die wichtigste Aufgabe des International Sustainable Chemistry Collaborative Center (ISC3)?

Foto: GIZ

Friedrich Barth: Der neue Geschäftsführer des ISC3 trug zur Entwicklung der internationalen Nachhaltigkeitsagenda bei.

Barth: Nachhaltige Chemie steht im Zentrum der Lösung der Probleme von morgen. Wir wollen deshalb Entwicklungs- und Schwellenländer unterstützen, ihre Gesetze so umzusetzen, um Menschen und Umwelt besser vor gefährlichen Chemikalien zu schützen. Und wir wollen Innovationen in nachhaltige Chemie weltweit fördern, neu kreieren und schnell an den Markt bringen.

Was verstehen Sie unter nachhaltiger Chemie?

Es ist eine grüne Chemie, also die energie- und rohstoffarme Herstellung möglichst ungefährlicher Substanzen, in Richtung Kreislaufwirtschaft weitergedacht. Hierbei wird der Lebenszyklus eines Stoffs betrachtet. Die Verantwortung der Chemikalienhersteller endet also nicht am Fabriktor.

Aber nachhaltige Chemie muss doch auch wirtschaftlich sein.

Ja, dies ist sogar entscheidend! Neue Lösungen sind ja nur erfolgreich, wenn sie ökonomisch Erfolg haben. Daher wollen wir etwa Start-ups weltweit helfen, ihre Ideen an den Markt zu bringen.

Wie wollen Sie dies tun?

Es soll einen Preis für nachhaltige Chemie für Start-ups geben, damit diese zu uns kommen und wir sie nicht suchen müssen. Es braucht Geld, um eine Demonstrationsanlage oder einen Prototyp zu finanzieren. Wir werden mit Risikokapitalgeldgebern reden sowie mit der EU und der Global Environment Facility (internationaler Mechanismus zur Finanzierung von Umweltschutzprojekten in Entwicklungsländern, Anm. d. Red.).

Worauf wollen Sie sich zuerst fokussieren?

Wir wollen uns Chemikalien anschauen, die beim Herstellen von Nahrungsmitteln auf Feldern und während der Verarbeitung eingesetzt werden, sowie jene, die beim Hausbau genutzt werden.

Wieso ist Bauen ein Chemiethema?

Gebäude sollten so gebaut werden, dass deren Bestandteile später wieder zu verwenden sind. Dazu braucht es Stoffe, die dies erlauben.

Und wie erkennen Sie, was nachhaltig ist?

Dafür braucht es einen Maßstab. Den wollen wir entwickeln – auch für die Politik und für Investoren, um in nachhaltige und nicht nur in ökonomisch vielversprechende Ansätze zu investieren.

Sie haben sich viel vorgenommen. Reichen dafür die 20 Mitarbeiter, die Sie jetzt aussuchen?

Nein. Wir werden dies nicht allein stemmen können. Das Zentrum wird eine Plattform sein, wo Akteure aus Forschung, Politik, Zivilgesellschaft und Industrie kooperieren. Zudem wollen wir wachsen. Andere aus diesen Bereichen sollten sich auch finanziell engagieren. Ich stelle mir vor, dass wir dann in fünf Jahren deutlich größer sind.

Eine Mammutaufgabe...

Ja. Aber dass man global gemeinsam agieren kann, zeigt bereits das Montréal-Protokoll zum Schutz der Ozonschicht. Jetzt wollen wir zeigen, dass dies auch bei nachhaltiger Chemie geht.

stellenangebote

mehr