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Montag, 11. Dezember 2017

Arbeit

Jungingenieure erhoffen sich eine schöne neue Arbeitswelt

Von Martin Ciupek | 18. Mai 2017 | Ausgabe 20

Wie schnell Automatisierung und Digitalisierung Berufsbilder verändern, diskutierten Fachleute auf dem Deutschen Ingenieurtag in Düsseldorf.

S6 Podiumsdiskussion (2)
Foto: VDI/Bildschön

Alles Digital? Nein! Menschen werden auch in Zukunft im Mittelpunkt stehen, waren sich die Diskussionsteilnehmer einig.

Obwohl die Teilnehmer der Podiumsdiskussion auf dem Deutschen Ingenieurtage vorige Woche in Düsseldorf aus unterschiedliche Bereichen kamen, hatten sie zur Zukunft der Arbeit sehr ähnliche Ansichten. „Es wird in den westlichen Industrieländern genug Arbeit für alle geben, aber die Arbeitsverhältnisse und die Berufsbilder werden sich radikal verändern“, fasste Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung des Beratungsunternehmens Accenture, es in seiner Hypothese zusammen.

Nach seiner Einschätzung geschehe der Wandel viel schneller als früher. Nun gehe es darum die Menschen mitzunehmen. „Es muss uns gelingen das Antrainieren von neuen Fähigkeiten deutlich zu beschleunigen“, so Riemensperger.

VDI-Direktor Ralph Appel erwartet in Summe keine Arbeitsplatzverluste. Er machte aber deutlich, dass Berufe verschwinden und neue entstehen werden. Das erwartet auch Lothar Schröder, Mitglied im Bundesvorstand der Gewerkschaft Verdi. Er geht davon aus, dass es in manche Branchen „mächtig reinregnen“ wird. Als Beispiel nannte er den Einfluss autonomer Fahrzeuge in der Logistik. „Es ist wichtig, dass wir uns durch Qualifizierung darauf vorbereiten, in einer solchen Welt zu arbeiten und dass wir gesellschaftlich Arbeit so umverteilen, dass wir dort Arbeitsplätze haben, wo sie dringend notwendig sind“, sagte er und verwies auf den wachsenden Bedarf an Pflegekräften.

Laut Schröder sollten die Gewerkschaften nicht abwarten was auf die Gesellschaft zukommt, „sondern vorausschauend Beschäftigungspotenziale identifizieren.“ Denn: Werde eine neue Ausbildung aufgebaut, dauere es mindestens fünf Jahre, bis die ersten Fachkräfte dem Markt zur Verfügung stünden. Allerdings: „In vielen Betrieben reden die Strategen und Entwickler nicht mit den Personalentwicklern“, so Lothar Schröder. „Da muss mehr passieren“, forderte er.

Das wünscht sich auch Andreas Stutz vom Bundesvorstand der Studenten und Jungingenieure im VDI, der deutlich machte: „Studenten übernehmen die Personaler-Rolle für sich selbst und sie machen sich extrem viel Gedanken darüber, wohin die Entwicklung geht.“

Für Kurt D. Bettenhausen, Vizepräsident der Siemens Corporate Technology, könnte einiges besser werden. „Roboter werden die Arbeit angenehmer machen“, sagte er. Nun gehe es darum, Arbeitsprozesse entsprechend zu gestalten. Das ist auch eine Perspektive für Menschen wie Jungingenieur Andreas Stutz. Er stellte fest: „Es freut uns junge Ingenieure, künftig nur noch das machen zu müssen, was uns wirklich Spaß macht.“

Laut VDI-Direktor Appel bringen die Jungingenieure gute Voraussetzungen für den Wandel mit. „Wir müssen noch mehr zusammenarbeiten, aber das ist keine neue Erfindung“, so sein Fazit.

„Wir müssen mutiger werden, auch wenn mal was schief geht. Dann müssen wir eben die Richtung wieder ändern“, appellierte der VDI-Direktor an die über 1000 anwesenden Ingenieure. Genau darin sieht auch Accenture-Chef Riemensperger die aktuelle Herausforderung. Wenn über Software kontinuierlich neue Funktionen für Maschinen entwickelt werden, reiche es nicht in Jahreszyklen zu denken. Dann gehe es um Zyklen von wenigen Wochen. Am Beispiel einer Medizintechnikanlage verdeutlichte er gleichzeitig den hohen Qualitätsanspruch gegenüber Büroanwendungen: „Dabei muss die Maschine funktionieren, sie darf keine Fehler machen. Da hängen Leben dran.“

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