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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Gleichberechtigung

Kluft zwischen Mann und Frau wächst

Von Christoph Böckmann | 9. November 2017 | Ausgabe 45

Für Frauen haben sich die Bedingungen verschlechtert.

Ein Jahrzehnt lang war ein langsamer, aber stetiger Fortschritt zu verzeichnen. Doch nun kommt die Verbesserung der Gleichstellung der Geschlechter im Hinblick auf Gesundheit, Bildung, ökonomische Teilhabe und politische Mitwirkung zum Erliegen. Zum ersten Mal seit der Veröffentlichung des Global Gender Gap Report des World Economic Forum (WEF) im Jahr 2006 hat sich die Kluft zwischen Männern und Frauen weltweit wieder vergrößert.

Beim aktuellen Tempo wird es noch ein Jahrhundert dauern, bis die globale Geschlechterkluft geschlossen ist, errechnet das WEF. Die Schweizer Stiftung sieht die größten Herausforderungen nach wie vor in den Bereichen Wirtschaft und Gesundheit: Bei der derzeitigen Veränderungsrate wird es dort sogar 217 Jahre dauern, bis das wirtschaftliche Geschlechtergefälle überwunden ist, so die Wirtschaftsexperten. Dies stellt eine Umkehr des Fortschritts dar und ist der schlechteste Wert, den der Index seit 2008 gemessen hat.

In internationalen Vergleich verbessert sich Deutschland bei der Gleichstellung um einen Platz gegenüber dem Vorjahr auf Rang zwölf. Fast 78 % der Geschlechterkluft sind hierzulande bereits geschlossen. Die Bundesrepublik steht damit knapp hinter Frankreich und kurz vor Namibia. Gemessen am ersten Ranking 2006 geht es aber deutlich nach unten, damals stand Deutschland noch auf Platz fünf. Die ersten drei Plätze erreichten dieses Jahr Island (87,8 %), Norwegen (83 %) und Finnland (82,2 %). Auf den letzten drei Plätzen stehen Syrien (56,8 %), Pakistan (54,6 %) und der Jemen (51,6 %).

Von einer Geschlechterparität würden nicht nur die Frauen profitieren. Verschiedene von den Wissenschaftlern des WEF untersuchte Studien zeigen, dass die Verbesserung der Geschlechterparität zu erheblichen wirtschaftlichen Gewinnen führen. So gehen jüngste Schätzungen davon aus, dass wirtschaftliche Geschlechterparität das BIP der USA 1750 Mrd. $ und das deutsche BIP um 310 Mrd. $ erhöhen könnte.

Das Ingenieurwesen, die Fertigung und der Bau, könnten durch die Förderung der Geschlechterdiversität stark profitieren und hierdurch Innovationen, mehr Kreativität und eine höhere Rendite erzielen, beteuert das WEF.

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