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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Rüstungskooperation

Pleiten, Pech und Pannen

Von Peter Steinmüller | 27. Juli 2017 | Ausgabe 30

Beim EU-Ministerratstreffen vor zwei Wochen verkündeten Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel die gemeinsame Entwicklung eines Kampfflugzeugs. Doch die wiederbelebte Partnerschaft der beiden führenden EU-Nationen ausgerechnet mit einem Rüstungsprojekt zu feiern, erscheint angesichts der Erfahrungen eine risikoreiche Angelegenheit.

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Foto: Airbus SAS

Holpriger Start: Mit unbefestigten Pisten hat der Airbus A400M Probleme.

Für Claudia Major und Christian Mölling von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik etwa „ist die Geschichte deutsch-französischer Rüstungskooperation bislang leider auch die eines Scheiterns“.

Nach dem Krieg hatte Frankreich eine staatlich subventionierte starke Rüstungsindustrie aufgebaut, um die politische Autonomie des Landes gegenüber der Nato sicherzustellen. Doch während die auf ihre Westintegration bedachte Bundesrepublik ihre Kampfflugzeuge weitgehend in den USA kaufte, musste Frankreich froh sein, wenn es seine Mirage-Jäger an Potentaten wie Libyens Muammar al-Gaddafi, das Apartheidsregime in Südafrika oder Saddam Hussein im Irak verkaufen konnte.

Die Weigerung der Franzosen, sich auf deutsche Exportbeschränkungen einzulassen, waren ein wichtiger Grund für das Scheitern des Kampfpanzers 90, der in den 1970er-Jahren über Konzeptstudien nicht hinauskam. Frankreich entwickelte daraufhin den Leclerc, dessen Motor jahrzehntelang Probleme bereitete und den nur die Vereinigten Arabischen Emiraten kauften. Währenddessen entwickelte sich der deutsche Leopard 2 zum De-facto-Standardsystem der europäischen Nato-Staaten. Besser laufen soll es bei der Nachfolgegeneration. Der deutsche Panzerbauer Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und der staatliche französische Rüstungskonzern Nexter wollen in ihrer Holding KNDS bis zum Jahr 2030 den „Kampfpanzer der Zukunft“ entwickeln.

Zu einem rüstungspolitischen Albtraum geriet der Airbus A400M. Das Transportflugzeug soll europäischen Streitkräften die Möglichkeit eröffnen, auch auf anderen Kontinenten etwa bei Evakuierungen und Geiselbefreiungen schnell intervenieren zu können. Doch das 2003 in Auftrag gegebene Modell ist immer noch weit davon entfernt, die vertraglich zugesicherten Eigenschaften zu erfüllen. Aufgetretene Mängel betrafen die Triebwerke, das Fahrwerk, die Software, die Laderampe und den leckenden Fäkalientank. Medienberichten zufolge bleibt offen, ob der Pannenflieger dringend benötigte Aufgaben wie die Luftbetankung von Hubschraubern oder das Absetzen von Fallschirmjägern je wird erfüllen können.

Aus Sicht von Airbus-Chef Tom Enders wären viele Probleme vermieden worden, hätten die Regierungen der Abnehmerstaaten nicht auf der Entwicklung europäischer Triebwerke bestanden, statt wie von Airbus vorgeschlagen amerikanische einzubauen. Der A400M hat sich für den Flugzeugbauer zum wirtschaftlichen Mühlstein entwickelt: „Da hängt ein großes finanzielles Damokles-Schwert über uns“, sagte Endres im Frühjahr.

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