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Montag, 11. Dezember 2017

Polen

„Polnische Ingenieure gehen ins Ausland“

Von Bernd Müller | 20. April 2017 | Ausgabe 16

Mariusz Olszewski von der Universität Warschau glaubt an die enge Bindung an Europa.

VDI nachrichten: Ist Industrie 4.0 in Polen schon ein Thema?

Foto: Hannover Messe/Ralf Baumgarten

Ob Polen gen Industrie 4.0 springen kann, steht für Mariusz Olszewski von der Mechatronik-Fakultät der Uni Warschau noch nicht fest.

Olszewski: Viele Unternehmen hinken noch bei 2.0 oder 3.0 hinterher, weil in den 1980ern nichts für Automatisierung und Robotik getan wurde. Die Regierung würde die Lücke gerne überspringen. Ob das geht, ist unklar. Die Firmen haben kaum die innovative und finanzielle Kraft dazu.

Gibt es in Polen genug Fachkräfte?

Die polnischen Ingenieure sind sehr gut ausgebildet. Viele gehen allerdings ins Ausland, das hat eine lange Tradition. Ich habe schon in den 1970ern Studierende nach Deutschland geschickt, vor allem zu Festo. In Deutschland verdient ein Ingenieur das Vierfache. Noch schlechter bestellt ist es um Facharbeiter, hier fehlen 400 000, weil man die Berufsschulen abgeschafft hat. Eine Bildungsreform soll das nun aufholen.

Haben die politischen Konflikte zwischen Polen und EU Einfluss auf die Wirtschaftsbeziehungen?

Die neue Regierung setzt auf Nationalisierung und Re-Polonisierung und möchte polnische Ingenieure im Ausland dazu bewegen, wieder zurückzukehren. An der engen Bindung an die europäische Wirtschaft wird das aber nichts ändern und das will die Regierung auch nicht. Denn eine Ausrichtung nach Osten, in Richtung Russland, kommt für das Land nicht infrage.rb

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