Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Sonntag, 17. Dezember 2017

Umwelt

Rio gab Anleitung zur Nachhaltigkeit

Von Simone Humml/dpa | 15. Juni 2017 | Ausgabe 24

Über 170 Staaten wollten 1992 Armut und Umweltverschmutzung bannen. 25 Jahre später zeigt sich: Das ist nur sehr bedingt gelungen.

S3 unten rechts (2)
Foto: dpa Picture-Alliance/AFP

UN-Generalsekretär Boutros Boutros-Ghali (re.) und der brasilianische Präsident Fernando Collor de Mello auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung im Jahr 1992 in Rio de Janeiro.

Vor 25 Jahren wollten mehr als 170 Staaten die Menschheit erstmals zu einer nachhaltigen Entwicklung lenken – zu einer, die die Lebensgrundlagen für alle nachfolgenden Generationen bewahrt. Am 14. Juni 1992 beschlossen sie auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro eine Anleitung dazu, die 350 Seiten dicke Agenda 21, und unterzeichneten zugleich Rahmenverträge zum Schutz des Klimas und der Artenvielfalt. Rio war der Beginn, dem später weitere Verträge wie die Klimaabkommen von Kyoto und Paris folgten.

„Es war ein historischer Moment“, sagt Klaus Milke, Vorstandsvorsitzender von Germanwatch, einer Organisation für Umwelt und Entwicklung. „Heute würde man eine Weltkonferenz mit einer solchen Bereitschaft zur umfassenden Zusammenarbeit – siehe Trump und andere Populisten – wahrscheinlich nicht mehr zusammenbekommen.“ Aber auch so habe das Ganze das Tempo einer Schnecke gehabt. Die Agenda 21 war unverbindlich, und reiche Länder gaben laut Milke zu wenig Geld, um eine nachhaltige Entwicklung in den armen zu fördern. Dennoch hat die Weltgemeinschaft zumindest im Kampf gegen Hunger, Armut und Krankheiten Fortschritte gemacht.

So sank die Zahl der sehr Armen weltweit von 1,9 Mrd. Menschen 1990 auf 836 Mio. im Jahr 2015 – trotz Bevölkerungswachstums. Die Rate der Hungernden sowie die Kinder- und die Müttersterblichkeit halbierten sich in der Zeit in etwa. Masern, Malaria, Aids und andere Krankheiten wurden stark zurückgedrängt.

Bei der Umwelt aber sieht es schlecht aus: Von 1990 bis 2015 hat der Mensch 229 Mio. ha Wald vernichtet, vor allen in den Tropen und dort vornehmlich für Viehfutter und andere Agrarprodukte. Wald von großen Aufforstungsprogrammen hingegen, etwa in China, ist oft in schlechtem Zustand. Auch das Ziel von Rio, eine gefährliche Erderwärmung zu verhindern, ist längst nicht erreicht.

Immerhin: 2015 beschlossen die Staaten neben dem Pariser Klimaabkommen auch die Agenda 2030 mit 17 globalen Entwicklungszielen. Damit sollen Hunger und extreme Armut bis 2030 völlig verschwunden sein sowie zugleich die Natur geschützt werden.

stellenangebote

mehr