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Dienstag, 12. Dezember 2017

Wahlen

Roboter machen Politik

Von Wolfgang Schmitz | 23. März 2017 | Ausgabe 12

Social Bots beeinflussen in sozialen Netzwerken zunehmend die politische Meinungsbildung.

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Foto: panthermedia.net/RType

Maschinen machen Meinung. Und das gleich serienweise für dubiose Zwecke.

Das Saarland wählt am Wochenende, Schleswig-Holstein und NRW folgen im Mai. Die Bundestagswahl bildet im September den Schlusspunkt. Laut des Büros für Technikfolgenabschätzung im Bundestag haben Social Bots zumindest „das Potenzial, das Vertrauen in die Demokratie zu unterlaufen“. Die Meinungsroboter bringen computergenerierte Beiträge über die sozialen Medien vervielfacht unters Volk. Ihre Aussagen sind im Netz oft nicht mehr von menschlichen Stellungnahmen zu unterscheiden. Gefährden Social Bots mit unseriösen Botschaften demokratische Abstimmungen?

„Die Macher dieser Social Bots wissen sehr genau, wie die deutsche Öffentlichkeit funktioniert“, weiß die Medien- und Digitalberaterin Tabea Wilke. Die politisch gefärbten Nachrichten seien eine Gefahr, wenn ihre zweifelhaften Tweets als Mehrheitsmeinung interpretiert und ihre Informationen von seriösen Medien übernommen und verbreitet werden. Christian Stöcker, Professor für Digitale Kommunikation, glaubt, dass die Stärke des einen die Schwäche des anderen sei. Trolle (Provokateure) und Bots würden auch deshalb in ihrer Macht gestärkt, weil in der Bevölkerung das Vertrauen in traditionelle Medien sinke.

Zwar sprächen alle Studien dagegen, dass jemand seine politische Überzeugung wegen Nachrichten in den sozialen Netzwerken ändere, meint Simon Hegelich, Professor für Political Data Science an der Hochschule für Politik München, aber bei singulären Ereignissen wie Krisensituationen oder Wahlen steige das Einflusspotenzial. „Hier kann es sein, dass die Bots tatsächlich kurzzeitig sehr wirkmächtig werden, weil die Manipulation erst enttarnt wird, wenn das eigentliche Ereignis schon wieder vorbei ist.“

Hegelich beobachtet, wie die Kommunikation im Netz an Aggressivität zunimmt. Je heftiger der Ton, desto mehr würden sich gemäßigte Stimmen zurückziehen und das Feld den radikalen Meinungsmachern und ihren Robotern überlassen.  Seite 6

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