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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Zukunft der Arbeit

Schmerzhafter Arbeit den Rücken kehren

Von Stefan Asche, Christoph Böckmann | 11. Mai 2017 | Ausgabe 19

Assistenzsysteme wie Exoskelette erleichtern die Arbeit und schonen den Rücken. Der Wandel der Arbeitswelt birgt aber auch einige Herausforderungen.

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Foto: Krisztian Bocsi/Bloomberg via Getty Images

 

Schrauben, Schweißen, Hämmern, Nieten – und das über Kopf und auf den Knien. In vielen deutschen Werkshallen wird noch schweißtreibend gearbeitet. Doch was für den 18-jährigen Berufseinsteiger eine leichte Übung ist, bringt den 60-jährigen Malocher an die Schmerzgrenze.

Der demografische Wandel verschärft gegenwärtig das Ganze: Aktuell ist mehr als ein Fünftel der Menschen in Deutschland mindestens 65 Jahre alt. Bis 2037 wird ihr Anteil auf rund ein Drittel steigen. Um die Rentenkassen nicht vollends zu sprengen, muss die Lebensarbeitszeit wohl verlängert werden. Was für den Schreibtischhengst nur ärgerlich ist, lässt dem Fabrikarbeiter den Buckel schmerzen.

Doch neue Technologien können der alternden Arbeitnehmerschaft helfen. In Pilotprojekten werden bereits verschiedene Assistenzsysteme eingesetzt, etwa Exoskelette. Das sind Stützstrukturen, die ihren Trägern körperliche Arbeiten erleichtern. Sie sollen nicht nur die Produktivität erhöhen, sondern auch die Ergonomie verbessern. Dadurch werben die mechanischen Helfer bei der Belegschaft beiläufig um Akzeptanz.

Die Zahl der körpergetragenen Exoskelette wird exponentiell steigen – allerdings auf niedrigem Niveau. 2015 wurden 370 Systeme verkauft, so die Zahlen der International Federation of Robotics. Zwei Jahre zuvor waren es nur 160. Bis 2019 sollen es laut Studie sogar gut 6500 werden.

„Die gefährliche und beschwerliche körperliche Arbeit wird auf Dauer verschwinden“, meint Dagmar Dirzus, Geschäftsführerin der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA). Damit entfielen viele Arbeiten in der Fabrikhalle, gibt die promovierte Ingenieurin zu bedenken und mahnt: „Arbeitsplätze werden sich massiv verändern.“ Der Umbau war zentrales Thema des Deutschen Ingenieurtages am gestrigen Donnerstag.

Die Jobs könnten nur erhalten werden, wenn die Unternehmen genügend Wertschöpfung generierten, so Dirzus. „Das heißt, dass ich in Zukunft nicht nur die neuen Technologien, sondern auch die dazugehörigen neuen Geschäftsmodelle beherrschen muss.“ Eine Aufgabe, der sich die Ingenieure stellen müssten.

  Seiten 19 bis 22

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