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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Bundesnetzagentur

Spionin im Kinderzimmer zerstören

Von Claudia Burger | 23. Februar 2017 | Ausgabe 08

Die Bundesnetzagentur hat die Puppe „My Friend Cayla“ aus dem Verkehr gezogen. Eltern, die die Puppe bereits gekauft haben, sollen diese zerstören.

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Foto: Pascal SITTLER/REA/laif

Blondes Gift: Die Bundesnetzagentur stuft die Puppe „Cayla“ als Spionin ein.

 Caylas Innenleben besteht aus Mikrofon und Funktechnik. Die Kinder können mit ihr sprechen, aber alles, was das Mikro der Puppe erfasst, kann auch weitergesendet werden. Deshalb gilt sie als „versteckte, sendefähige Anlage“ und ist somit ein illegales Spionagegerät. Die Daten, die die Puppe „Cayla“ sammelt, werden kabellos ans Smartphone übertragen. Die Puppe wird vom britischen Unternehmen Genesis gebaut und von der Firma Vivid vertrieben. Die Kinderstimmen, die die Puppe aufnimmt, landen auf den Servern des US-Konzerns Nuance Communications. Dort werden Stimmprofile analysiert. Stellen Kinder der Puppe eine Frage, wird sie erfasst, gegoogelt und die Antwort von der Puppe gesprochen. Die Bundesnetzagentur hat die Verkaufsstellen angewiesen, die Puppe aus dem Angebot zu nehmen. „Cayla“ ist bereits seit zwei Jahren auf dem Markt. Doch erst jetzt wurde die Behörde aktiv. Sie stützt das Verbot auf einen Paragrafen im Telekommunikationsgesetz. Ist Abhörtechnik getarnt, ist sie illegal. Weil der Besitz einer solchen Anlage strafbar ist, soll idealerweise der entsprechende „Vernichtungsnachweis“ einer „Abfallwirtschaftsstation“ an die Bundesnetzagentur geschickt werden. So können die Käufer nachweisen, dass sie nicht mehr im Besitz des Produkts sind. Es sollen aber keine Verwaltungsverfahren gegen Konsumenten gestartet werden.

Kürzlich betonte der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf, wie umfangreich die Aufgaben der Behörde seien. So hätten die rund 3000 Mitarbeiter in 40 Außenstellen beispielsweise im vergangenen Jahr 986 000 Produkte gesperrt, die Funkstörungen verursachen können, davon 21 000 Drohnen.  cer

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