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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Automobil

Spurwechsel für Ingenieure

Von Wolfgang Schmitz | 23. Februar 2017 | Ausgabe 08

Experten warnen vor radikalen Umbrüchen für Ingenieure durch die Elektromobilität. Auch die sich anbahnende PSA-Übernahme von Opel sorgt für Unruhe.

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Foto: Opel AG

Elektrotechniker und Informatiker kommen künftig bei der Autoentwicklung immer häufiger zum Zug.

Der PSA-Konzern will bei einer Übernahme die Interessen der Opel-Mitarbeiter berücksichtigen und gibt Garantien für Arbeitsplätze und Standorte. Das jedenfalls versprach PSA-Chef Carlos Tavares der Bundeskanzlerin am Dienstag dieser Woche.

Wenn Ferdinand Dudenhöffer Ingenieur bei Opel wäre, würde sich der Automobil-Professor dennoch nach Jobalternativen umschauen. Dem widerspricht Stefan Bratzel, Direktor des CAM, Center of Automotive Management. Tavares könne für Opel sogar ein Segen sein. Er übernahm 2014 das Ruder bei PSA und hat innerhalb von zwei Jahren Peugeot von der Beinahepleite in die Gewinnzone gebracht. „Tavares arbeitet wohlüberlegt und verfolgt langfristige Perspektiven.“

Dennoch prophezeit Dudenhöffer im Zuge der Elektromobilität personelles Abspecken in den Automobilunternehmen. Da Elektromotoren und Wechselrichter deutlich weniger aufwendig seien als herkömmliche Antriebsstränge, drohen ein radikaler Umbau und eine deutliche Verschlankung der Entwicklungsabteilungen. Die Zukunft des Automotive-Engineering liege, so Dudenhöffer, in Software und Steuerung. Opfer dieser Entwicklung seien vor allem Maschinenbauingenieure, Profiteure hingegen Elektrotechniker und Informatiker.

 Aber noch sind Ingenieure aller Schattierungen gefragt. Die Branche muss für zeitgemäße Verbrennungsmotoren sorgen und zeitgleich die Umstellung auf elektrische und hybride Antriebe sowie auf Leichtbaukarosserien forcieren. Gemessen an den Zahlen gelingt der Spagat: Die meisten deutschen Autobauer meldeten 2016 Absatzrekorde. Das macht sich nicht nur bei den Autoherstellern bemerkbar, auch Zulieferer suchen Ingenieure.

Dudenhöffer aber warnt, die Zukunft nicht zu verschlafen. „Wenn die Automobilhersteller nicht aufpassen, werden sie zu reinen Zulieferern degradiert und neue internetbasierte Mobilitätsdienstleister machen das Geschäft.“

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