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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Energieeffizienz

Stromsparlabel bald wieder ohne „+++“

Von Thomas A. Friedrich | 30. März 2017 | Ausgabe 13

Seit Jahren ist die Irreführung der Verbraucher perfekt: Drei Viertel der Deutschen glauben nach einer jüngsten Umfrage, dass „A+“ die beste Energieeffizienzklasse für elektrische und elektronische Geräte ist – ob für Lampen, Haushaltsgeräte oder die sogenannte Weiße Ware. Tatsächlich definiert das Label „A+++“ das stromsparendste Spitzensegment.

 Damit soll bald Schluss sein.

Vermutlich ab 2018 werden zum Beispiel für Waschmaschinen, Geschirrspüler oder Leuchten die neuen Energielabels von „A“ bis „G“ wieder Pflicht. De facto eine Rückkehr zum ursprünglichen System, das noch ohne „+“ auskam. Das EU-Parlament, die EU-Kommission und der EU-Ministerrat, als Vertretung der EU-Mitgliedsländer, einigten sich letzte Woche im sogenannten Trilog auf die Rückkehr zur bewährten aussagekräftigen Abstufung.

„Es ist ein großer Erfolg“, sagte Martina Werner, die energie- und industriepolitische Sprecherin der SPD im EU-Parlament, nach der Einigung. Dank der neuen Kennzeichnung würden Verbraucher künftig auf einen Blick erkennen, wie energieeffizient ein Gerät wirklich sei.

Dem pflichtete auch der Grünen-Europaabgeordnete Claude Turmes bei: „Die vereinfachte Skala ohne die Pluszeichen wird Geldbeutel und Umwelt entlasten. Die Kennzeichnung mit den Kategorien A bis G in den Farben Grün bis Rot hat sich bewährt und hat einen hohen Wiedererkennungswert.“

Kritik gibt es an der ebenfalls beschlossenen zentralen EU-Datenbank: „Die neue EU-Datenbank für alle betroffenen Haushaltsgeräte, die nun trotz zahlreicher Bedenken zentralisiert eingeführt wird, ist meiner Ansicht nach weiterhin höchst fragwürdig“, kommentierte der CDU-Europaabgeordnete Herbert Reul. Sie widerspreche dem Vorhaben der EU-Kommission, sich nicht mehr mit Kleinkram zu beschäftigen. „Darauf hätte man verzichten sollen.“

Laut Zentralverband der Elektronischen Industrie (ZVEI) werde die Datenbank mehrere Tausend Hersteller und einige Hunderttausend Produkte enthalten. Deswegen sei es schwer vorstellbar, dass sie wirklich eine Hilfe bei der Kaufentscheidung sein könne.

Vorteile für die Marktüberwachung durch ein Produktregister sieht der ZVEI nicht: „Es kommen weitere Pflichten auf die Marktüberwachungsbehörden zu, denn die Datenbank muss ständig auf Vollständigkeit und korrekte Angaben geprüft werden. Wichtiger als die Überprüfung nach Daten- oder Aktenlage ist aber die tatsächliche physikalische Nachprüfung der Labelangaben“, betonte Werner Scholz, Geschäftsführer der Hausgeräte-Fachverbände im ZVEI.

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