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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Porträt der Woche

Teamplayer mit Blick für das Wesentliche

Von Martin Ciupek | 26. Januar 2017 | Ausgabe 04

Deutschland-Chef Timo Berger kommen bei Weidmüller seine Chinaerfahrungen in Veränderungsprozessen zugute.

Portrait BU
Foto: M. Ciupek

Timo Berger treibt bei Weidmüller den Übergang vomKomponenten- zum Lösungsanbietervoran.

Das Büro von Timo Berger ist kleiner, als man es bei einem Regionalmanager für Europa und Deutschlandchef einer Unternehmensgruppe mit fast 700 Mio. € Umsatz erwartet. Wichtigstes Element ist für ihn der Flipchart. „Ich bin ein visuell veranlagter Mensch und kann mir Dinge sehr gut vorstellen und merken, wenn ich sie sehe“, berichtet Berger. Sonst seien ihm lediglich ein anständiger Beamer für Präsentationen sowie eine Besprechungsecke wichtig. Der Schreibtisch ist für ihn zweitrangig und auch auf „repräsentative Add-ons“ – wie er es nennt – kann er verzichten. „Ein bisschen Grün ist okay. Da bin ich sehr pragmatisch unterwegs“, so der Weidmüller-Manager. Er sieht sich als Teamplayer: „Ich glaube daran, dass flache Strukturen und Teamarbeit wesentliche Treiber für Erfolg sind.“

Timo Berger

Das Unternehmen, für das Berger arbeitet, ist auf dem Weg vom Komponentenanbieter für die elektrische Verbindungs- und Automatisierungstechnik hin zum Lösungsanbieter. Für den 43-Jährigen gilt es nun, das auch in die Organisation zu transportieren. Dabei rücke der Kundennutzen in den Mittelpunkt. „Unser Vertrieb muss sich darauf einstellen und sich in die Aufgabenstellung und Herausforderungen der Anwender hinein denken“, verdeutlicht Berger. „Dabei müssen wir unsere Expertise und Erfahrung stärker beim Kunden einbringen.“ Hier kommt für ihn der Teamansatz ins Spiel. Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen müssten zusammenwirken, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen.

Für Weidmüller ist es nach Ansicht Bergers ein Vorteil, mit seinen Komponenten an wichtigen Schnittstellen der Energieversorgung und Datenkommunikation zu sitzen. „Wir bringen nun unsere Komponenten in die Lage, Daten zu liefern und damit unseren Kunden sinnvolle Informationen für neue Ansätze wie vorausschauende Instandhaltung oder andere Auswertungen zu geben“, zeigt er sich begeistert. Durch Daten, die in dieser Form laut Berger vorher nicht verfügbar waren, entstehe ein Mehrwert.

Geprägt hat ihn vor allem seine Zeit in China. Dort war der gebürtige Bielefelder nach dem Wirtschaftsingenieurstudium in Paderborn und einer Tätigkeit in Stuttgart als junger Weidmüller-Manager etwa zweieinhalb Jahre tätig. Rückblickend sagt er: „Die wichtigste Erfahrung war für mich, in einem völlig anderen Kulturkreis ein Team zu formen.“ Dabei habe er gelernt, einzelne Teammitglieder zu verstehen, ihr Verhalten in der Organisation einzuordnen und einen Zusammenhalt zu formen. Davon profitiere er in seiner neuen Funktion, in der er mit den internationalen Managementkollegen im Vertrieb eng zusammenarbeitet.

Berger ist sich sicher, dass die Anforderungen an die Mitarbeiter mit den neuen technischen Herausforderungen steigen werden. Basierend auf den Kernkompetenzen des Unternehmens, will er zusätzliche Expertisen bei Weidmüller aufbauen. So werde es künftig einen größeren Teil jüngerer IT-Experten im Unternehmen geben, die er mit den Seniorexperten zusammenbringen möchte. „Die Seniorexperten haben einen unglaublich großen Erfahrungsschatz. Den müssen wir einfach nutzen, weil grundlegende physikalische Eigenschaften auch durch Industrie 4.0 nicht einfach außer Kraft gesetzt werden“, macht Berger deutlich. Dazu gehören für ihn das Verständnis für die Elektrotechnik und deren Grundlagen. Deshalb ist es ihm wichtig, keinen Konkurrenzkampf zwischen erfahrenen Mitarbeitern und neuen IT-Experten aufkommen zu lassen, sondern die Zusammenarbeit zu stärken.

Auch in seiner Freizeit möchte der Vater von zwei Kindern möglichst viel zusammenbringen. „An Nummer eins steht bei mir die Familie“, sagt Berger ohne zu zögern. Der Sport – gerne mit der Familie – komme an zweiter Stelle.

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