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Montag, 11. Dezember 2017

Beschäftigung

„Viele Menschen spüren vom Aufschwung nichts“

Von Wolfgang Schmitz | 15. Juni 2017 | Ausgabe 24

Der Anteil der Jobs mit hohen Qualifikationen steigt weiter, so der aktuelle OECD-Bericht.

Die wachsende Polarisierung auf den Arbeitsmärkten der großen Industriestaaten hat zu vermehrter Kritik an der Globalisierung beigetragen. Offene Märkte und die engen wirtschaftlichen Verflechtungen werden als Ursache für stagnierende und sinkende Löhne gesehen, während nur wenige von dieser Entwicklung profitieren.

Der aktuelle Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigt, dass der technologische Wandel eine weit stärkere Triebkraft hinter der Polarisierung der Arbeitsmärkte ist als offene Märkte. „Zwischen 1995 und 2015 ist im OECD-Raum der Anteil von Jobs, für die ein mittleres Qualifikationsniveau erforderlich ist, an der Gesamtbeschäftigung um 9,5 % gesunken, während der Anteil an Arbeitsplätzen mit hohen und niedrigen Qualifikationsanforderungen um 7,6 bzw. 1,9 Prozentpunkte gestiegen ist“, heißt es im OECD-Beschäftigungsausblick 2017.

Von der Erholung der Arbeitsmärkte profitieren nicht alle gleichermaßen. Damit nimmt die Ungleichheit zu, wie auch die Befürchtung, dass Spitzenverdiener übermäßig von den Früchten des Wachstums profitieren. „Die Beschäftigungslücke schließt sich langsam, doch viele Menschen spüren den Aufschwung nicht, da ihre Löhne stagnieren und Aufstiegschancen fehlen. Wir brauchen einen inklusiven Arbeitsmarkt, in dem die Früchte unseres Wirtschaftsmodells alle Menschen erreichen“, so OECD-Generalsekretär Angel Gurría.

Die Arbeitsmarkterholung verläuft in den Ländern sehr unterschiedlich. Insbesondere in Südeuropa ist die Entwicklung schleppend. In den Ländern, in denen die Beschäftigung gestiegen ist, lassen Lohnsteigerungen auf sich warten.

Der Studie zufolge geht die Polarisierung der Arbeitsmärkte zu einem Drittel auf eine Verlagerung der Beschäftigung vom verarbeitenden Gewerbe hin zu Dienstleistungen zurück. Die Studie betont, dass soziale Absicherung der Schlüssel zu wirtschaftlicher und sozialer Inklusion ist.

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