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Dienstag, 12. Dezember 2017

Fokus IT-Sicherheit im Revier

Virenjäger von der Ruhr

Von Regine Bönsch/Claudia Burger | 9. Februar 2017 | Ausgabe 06

Die Bedrohung durch Viren, Trojaner & Co. steigt. Da, wo einst Kohle gefördert wurde, hat sich ein Hotspot gegen IT-Kriminalität etabliert.

s1 Förderturm Museum
Foto: Foto [M]: Zillmann/panthermedia.net/rbhavana/VDI nachrichten

Wie passend: Bei der Eröffnung des neuen Centers for Advanced Internet Studies (Cais) in Bochum erklärte Svenja Schulze, NRW-Ministerin für Innovation, dem amüsierten Publikum: „Wer heute eine Freundschaftsanfrage von mir bekommen hat, dem muss ich sagen, die kam nicht von mir, das ist ein Fake-Profil.“ Da wurde wieder deutlich, wie wichtig die IT-Sicherheit ist. Und die Ministerin lobte das Ruhrgebiet für seine zentrale Rolle auf diesem Feld.

Am Cais werden die Chancen und Risiken der Digitalisierung beleuchtet. Das Zentrum soll ein Baustein für die NRW-Bewerbung um das Deutsche Internet-Institut mit einem Budget von 50 Mio. € sein. Die vom Bundesforschungsministerium initiierte Einrichtung hat gesellschaftliche, ökonomische und rechtliche Fragen der Digitalisierung im Visier. Im Frühjahr entscheidet Berlin über den Standort.

Heute wird im Revier mit seinen 5,1 Mio. Einwohnern kaum noch Kohle gefördert, dafür aber die Wissensgesellschaft. „Das Ruhrgebiet ist zu einem Hotspot für IT-Sicherheit in Deutschland geworden“, betont Dirk Opalka, Geschäftsführer des Initiativkreises Ruhr in Essen.

Ruhr-Valley statt Silicon Valley. Die Region mit ihren fünf Universitäten, 17 Fachhochschulen und mehr als 60 außeruniversitären Forschungseinrichtungen – und somit der dichtesten Hochschullandschaft in Europa – steckt mitten in einem doppelten Transformationsprozess.

Obwohl die Umwandlung einer Montanindustrieregion in eine Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft nicht gänzlich abgeschlossen ist, stellt die Digitalisierung die Region erneut vor zusätzliche Herausforderungen. Das kann auch eine Chance sein, wie Michael ten Hompel vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik in Dortmund meint. Sein Schwerpunkt ist die Verwirklichung von Industrie 4.0. Wo ließe sich dazu besser forschen und entwickeln als im Ruhrgebiet mit seinem industriellen Kern? „Strukturwandel können wir und von Digitalisierung verstehen wir auch etwas“, sagt er. Es sei wichtig, die Arbeitswelt von morgen zu gestalten.

Ohne IT-Sicherheit geht da gar nichts. Mehr als jeder dritte deutsche Anbieter in diesem Segment hat seinen Sitz laut dem Onlineportal „Marktplatz IT-Sicherheit“ in Nordrhein-Westfalen. „Allein im Ruhrgebiet sind mehr als 100 Unternehmen mit diesem Schwerpunkt beheimatet“, weiß Opalka. Dazu zählen einige mit Weltruf. Das erste Anti-Virenprogramm wurde 1987 von G-Data in Bochum entwickelt. Andere haben sich sensiblen hoheitlichen Sicherheitsaufgaben verschrieben, wie Secunet aus Essen. Das Revier hat sich in den letzten 20 Jahren mehr und mehr zu einem Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit entwickelt.

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin nennt gern die Forschung als Aushängeschild – das Horst-Görtz-Institut (HGI) für IT-Sicherheit an der Ruhr-Universität Bochum zählt dazu ebenso wie das Institut für Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Thorsten Holz, Professor am HGI, sieht den besonderen Reiz des Reviers im Mix aus Großindustrie, kleinen und mittleren Firmen sowie Start-ups. Die Absolventen der Studiengänge jedenfalls brauchen sich über die Zukunft keine Gedanken zu machen. Die Firmen saugen die Experten förmlich auf.  Seiten 20 bis 23

INTERVIEW ZUM THEMA

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„Der Cyberwar fordert uns alle heraus“

Norbert Pohlmann, Leiter des Instituts für Internet-Sicherheit in Gelsenkirchen, über Gefahren aus dem Netz und Deutschlands Rolle bei der Abwehr.

 

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