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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Chemie

Was die Jugend wirklich über Kunststoff denkt

Von Bettina Reckter | 11. Mai 2017 | Ausgabe 19

Im deutschen Part einer europäischen Debatte bewiesen Schüler Fachkenntnisse und einen festen Standpunkt.

BU Jugend debattiert
Foto: PlasticsEurope

Die Sieger des deutschen Wettbewerbs: Henning Locher (v.l.), Anne Rother und Daniel Ternes.

Sie sind jung, sie sind engagiert und sie stehen für ihren Standpunkt ein: So jedenfalls präsentierten sich 50 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 19 Jahren bei einem Debattierwettbewerb Ende April in Neuss. Eingeladen dazu hatten der Branchenverband PlasticsEurope und der Europäische Petrochemieverband EPCA.

Jungen Leuten wird gern vorgeworfen, sie seien desinteressiert, antriebslos und handysüchtig. Dass das Gegenteil der Fall ist, bewiesen die Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland in einer leidenschaftlichen Debatte unter dem Titel „People, Planet, Profit im digitalen Zeitalter: mit oder ohne Petrochemie und Kunststoff?“

Einig waren sich die Jugendlichen, dass ein Leben ohne Kunststoffe praktisch undenkbar sei. „Ohne sie wären Fortschritte in der Medizin überhaupt nicht möglich“, argumentierte etwa Anne Rother. Doch viele Schüler forderten mehr Verantwortungsbewusstsein seitens der Industrie. Einige machten Chemikalien für die Entstehung von Krebs verantwortlich und mahnten einen nachhaltigeren Umgang mit den Substanzen an. Andere meinten, es brauche mehr Forschung, denn, so Henning Locher: „Viele Kunststoffe lassen sich auch ohne Erdöl herstellen.“ Alternativen gebe es, sie müssten nur gefunden werden.

Die Schüler diskutierten beinahe wie in einer Bundestagsdebatte. Argumente pro und contra Petrochemie flogen nur so hin und her. Neue Aspekte wurden flugs mit einer festen These untermauert. Recycling sei kein Allheilmittel hieß es, jeder müsse sein Verhalten überdenken. Aber man dürfe Chemie auch nicht per se verteufeln.

Die Hoffnung der Organisatoren, bei Jugendlichen in ganz Europa Begeisterung für die Mint-Fächer zu wecken und eine Plattform für offene Diskussionen zu bieten, hat sich in Neuss erfüllt. Am Ende standen drei Sieger fest: Henning Locher, Anne Rother und Daniel Ternes. Sie reisen im Oktober zusammen mit den Siegern aus sechs anderen EU-Ländern zum Finale nach Berlin.

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