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Freitag, 15. Dezember 2017

Politik

Attraktivität der Wissenschaft

Von Lisa Schneider | 9. Februar 2017 | Ausgabe 06

Die Bundesregierung möchte die Internationalisierung von Wissenschaft und Bildung vorantreiben.

Deutschland ist ein Exportland. Was bei Gütern und Dienstleistung ein gutes Zeichen sein mag, ist im Wissenschaftsbereich ein Problem: Zu viele hoch qualifizierte Wissenschaftler kehren Deutschland den Rücken, zu wenige kommen ins Land. Es gibt attraktivere Standorte, die der Neugier freien Lauf und neuem Wissen Raum geben. Dem will die Bundesregierung mit der neuen Internationalisierungsstrategie für Bildung, Wissenschaft und Forschung etwas entgegensetzen: Wissenschaftliche Exzellenz soll durch weltweite Kooperation gestärkt, Deutschlands Innovationskraft, Bildung und Qualifizierung international ausgebaut werden.

Jörg Schneider, Gruppenleiter Internationale Zusammenarbeit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), begrüßt das. „Es gibt einen großen Wettbewerb um Kooperationspartnerschaften, für den sich der Forschungsstandort Deutschland gut aufstellen muss“, so Schneider. Denn Deutschland sei keineswegs erste Anlaufadresse für internationale Wissenschaftler. „Wir gehen deshalb oftmals aktiv auf Forschungsförderorganisationen in wichtigen Partnerländern zu.“ Sie kooperieren etwa mit Wissenschaftlern aus den USA, aus Kanada, aus Japan, Großbritannien, Frankreich oder der Schweiz.

Damit der wissenschaftliche Austausch aber beidseitig offen bleibt, hat etwa die TU München eigens ein Faculty-Tenure-Track-Programm gestartet, mit dem begabte Nachwuchswissenschaftler nicht nur zur Durchreise nach München gelockt werden sollen. Sondern dank der Aussicht auf eine unbefristete Professur zum Bleiben bewogen werden. Seit 2012 wurden fast 70 Professorinnen und Professoren berufen, die Hälfte von Einrichtungen aus dem Ausland. Außerdem betreibt die TUM als erste deutsche Hochschule eine Auslandsdependance, gegründet 2002 in Singapur. Dort treffen deutsche Ingenieurkunst und die Kultur Südostasiens aufeinander – ein Mix, der in der Wirtschaft gefragt ist.

Die Kombination aus internationalen Forschungsschwerpunkten und Herangehensweisen ist ein Schlüssel zum Erfolg. So schreibt die Bundesregierung in ihrer neuen Strategie: „Globale Herausforderungen wie Klimawandel, Gesundheit und Ernährungssicherheit machen nicht an Ländergrenzen halt. Ihre Bewältigung kann nur im Rahmen länderübergreifender Anstrengungen erfolgreich angegangen werden.“ Das ist keine neue Erkenntnis: Deutsche Hochschulen unterhalten zu diesem Zweck 34 351 Kooperationen mit 155 Ländern und nahezu die Hälfte aller Publikationen entsteht in internationaler Zusammenarbeit. Es geht also nicht zuletzt um die Stärkung bereits vorhandener Strukturen, um Rahmenbedingungen für die zeit- und ressourcenaufwendige Kooperation über Ländergrenzen hinweg. Und Schneider ist optimistisch, dass die Strategie der Bundesregierung wirken kann: „Wenn wir das die nächsten zehn Jahre verfolgen, sind wir schon einen guten Schritt weiter.“

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