Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Donnerstag, 23. November 2017, Ausgabe Nr. 47

Donnerstag, 23. November 2017, Ausgabe Nr. 47

Kommentar

Ausweitung der Kampfzone

Von Peter Steinmüller | 13. Juli 2017 | Ausgabe 28

Bisher waren es immer wieder die gleichen Arenen, in denen Hundehalter dem Rest der Menschheit gegenüberstanden: Der Stadtpark, wenn vorbei eilende Jogger den Wolf im Pudel wecken. Der Biergarten, in dem überfallartige Revierkämpfe der scheinbar friedlich dösenden Vierbeiner die Idylle jäh unterbrechen.

Foto: VDI nachrichten

Peter Steinmüller, Ressortleiter: Der Hund ist eventuell der beste Freund des Menschen, aber nicht sein Kollege.

Und Gehsteige und Parks, wo Hundehalter regelmäßig die Aufforderung ignorieren, die die Stadtverwaltung Wien so hübsch als „das Kackerl ins Sackerl“ formuliert hat.

Nur an einem Ort blieben bis jetzt all jene vom Bellen, Beißen und Betteln verschont, die Hunde allenfalls in der Steiff-Vitrine des Spielwarenladens süß finden: Im Büro waren Hunde bislang genauso verboten wie das Rauchen, der Alkoholkonsum oder der Aufruf von Erotikseiten im Internet.

Doch das ändert sich gerade. Immer mehr Unternehmen lassen sich in den Medien feiern, weil die Mitarbeiter ihre pelzigen Partner mitbringen dürfen. Getrieben wird der Hype von einem „Bundesverband Bürohund“. Fadenscheiniges Argument der

 Lobbyisten: Der Umgang mit Hunden im Büro schütze vor Burn-out. Dabei übersehen die Freunde der haarigen Haustiere geflissentlich, dass beim Auftreten psychischer Krankheiten am Arbeitsplatz fehlender Umgang mit Tieren die kleinste aller möglichen Ursachen ist. Und das Zulassen von Bürohunden gleicht dem Auftragen weißer Salbe.

Solange Büro und Werkhalle eine haustierfreie Zone bleiben, sollten Hundehalter den Satz des großen Johnny Cash beherzigen: „Der Hund ist der beste Freund des Menschen – zumindest solange er keinen anderen hat.“ Wer sich im Büro nach Zuwendung und Loyalität sehnt, möge sich an die Kolleginnen und Kollegen wenden. Die Chance ist groß, dass der Wunsch nach Rudelbildung in Erfüllung geht. Und ohne aus Dankbarkeit die Hand geleckt zu bekommen. 

stellenangebote

mehr