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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Arbeitsmarkt

Der Bauboom treibt die Nachfrage nach Ingenieuren weiter in die Höhe

Von Peter Steinmüller/Wolfgang Schmitz | 25. Mai 2017 | Ausgabe 21

Die hohe Nachfrage in Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie Energie- und Elektrotechnik kennzeichnet die Beschäftigungssituation. Haupttreiber ist allerdings der Bauboom.

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Foto: panthermedia.net/dolgachov

Der Ausblick könnte besser kaum sein. Auf dem Bau werden Ingenieure gesucht – egal, in welcher Region.

Mit bundesweit rund 74 120 offen gemeldeten Stellen im ersten Quartal 2017 nähert sich die Nachfrage nach Ingenieuren den Höchstwerten aus den Jahren 2012 und 2013 weiter an. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Ingenieurmonitor, eine Studie des VDI und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.

Gegenüber dem Vorjahreswert wuchs die Zahl der freien Stellen um 12,6 %. Die Zahl der arbeitslosen Personen, die in einem Ingenieurberuf eine Arbeit suchen, blieb gleichzeitig nahezu konstant. Saisonbedingt lag die Zahl der Arbeitslosen mit gut 26 600 zwar leicht über dem vorangegangenen Quartal, gegenüber dem Vorjahreswert sank sie aber um 7,4 %. In der Folge lassen sich am Ingenieurarbeitsmarkt in einzelnen Regionen und Kategorien verfestigende Engpässe feststellen. Bundesweit und über alle Branchen kamen 278 offene Stellen auf je 100 Arbeitslose. Im Vorjahresquartal lag der Wert noch bei 229 und damit um fast 50 offene Stellen je 100 Arbeitslosen niedriger. Weiterhin ist die hohe Arbeitskräftenachfrage in den Bereichen Bau, Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie Energie- und Elektrotechnik Haupttreiber der Beschäftigungssituation.

Spitzenreiter bei der Zahl der offenen Stellen waren erneut Bau, Vermessung und Gebäudetechnik. Über 28 200 und damit 38 % der gesamten Arbeitskräftenachfrage entfielen auf diesen Bereich. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe lassen vermuten, dass die Nachfrage insbesondere nach Bauingenieuren so schnell nicht abebben wird. Der Bau war der einzige Bereich, in dem das Stellenangebot gegenüber dem Vorjahresquartal sogar in allen Regionen einen Zuwachs verbuchte. Insbesondere in den süddeutschen Regionen führte dies dazu, dass die Engpässe sich dort auf einem Niveau von sechs offenen Stellen je arbeitslos Gemeldeten verfestigen. Neben dem Bauboom beeinflusst der gestiegene Innovationsdruck die Arbeitsmarktkonjunktur positiv. Um das ehrgeizige Vorhaben der Bundesregierung, jährlich 3 % des Bruttoinlandprodukts (BIP) in Forschung und Entwicklung (FuE) zu investieren, auch langfristig erreichen zu können, wird zusätzliches Forschungspersonal benötigt. Auch in FuE ist der Bedarf an Ingenieuren entsprechend hoch.

Das höchste Arbeitskräfteangebot wurde wie auch schon in der Vergangenheit in NRW gemessen. Dort suchten etwas mehr als 5500 Personen eine Beschäftigung in einem Ingenieurberuf, davon alleine knapp ein Drittel in der Technischen Forschung und in der Produktion. Das zweit- bzw. dritthöchste Arbeitskräfteangebot gibt es in Bayern (3408) und in der Region Berlin/Brandenburg (3192) zu beobachten. Gegenüber den Vorjahreswerten konnten alle drei genannten Regionen einen Rückgang bei der Zahl der Arbeitslosen verzeichnen, am stärksten fiel dieser mit einem Minus von 13,5 % in Berlin/Brandenburg aus.

Die Region Rheinland-Pfalz/Saarland war die Einzige, in der die Zahl der arbeitslos Gemeldeten im Vergleich zum Vorjahresquartal höher lag. Alle anderen Regionen verzeichneten einen Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen. In der Region Sachsen-Anhalt/Thüringen erlebte das Arbeitskräfteangebot einen Rückgang von 18,5 %, was maßgeblich durch die Entwicklung im Baubereich getrieben wurde.

Personen, die eine Beschäftigung in einem Ingenieurberuf suchen, profitieren stärker von der positiven Arbeitsmarktkonjunktur als der Durchschnitt. Auch im abgelaufenen Quartal ist die Quote der Arbeitslosen in den Ingenieurberufen (-7,4 %) um knapp zwei Prozentpunkte stärker gesunken als die Gesamtquote (-5,5 %).

In bestimmten Regionen und Bereichen wird es schwieriger, offene Stellen zu besetzen. Dies betrifft insbesondere den öffentlichen Dienst, der mit der Privatwirtschaft im Wettbewerb um die besten Köpfe nur schwer mithalten kann. Die Stadt München setzt daher bei der Personalsuche seit Kurzem auf ein Mittel aus der Privatwirtschaft. Mitarbeiter, die neue Kollegen in Mangelberufen – unter anderem Ingenieure – anwerben, erhalten eine Anwerbeprämie.

Der Ingenieurmonitor wird einmal pro Quartal gemeinsam vom VDI Verein Deutscher Ingenieureund dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln herausgegeben. Er präsentiert einen Überblick über den aktuellen Stand und die Entwicklung relevanter Indikatoren des Arbeitsmarktes in den Ingenieurberufen. Die verwendeten Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) beziehen sich auf Personen, die einen sozialversicherungspflichtigen Erwerbsberuf als Ingenieur ausüben. pst/ws

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