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Dienstag, 12. Dezember 2017

Kommentar

Die politische Rückendeckung fehlt

Von Wolfgang Schmitz | 15. Juni 2017 | Ausgabe 24

Auf dem Personalforum Energie in Bonn (s. Seite 30) flogen den teilnehmenden Fachleuten inzwischen hinlänglich bekannte Begriffe um und in die Ohren: IT-Sicherheit, Agilität, Flexibilität, Fehlerkultur, Innovationsbereitschaft, Homeoffice, flache Hierarchien und und und...

Wolfgang Schmitz, Redakteur: Die Politik muss den attraktiven Rahmen setzen.

Auf die Frage, in wessen Unternehmen die Digitalisierung erfolgreich umgesetzt ist, blieben 120 der 120 anwesenden Hände unten. Arme Energiebranche, könnte man denken. Wer im Steinzeitalter der Arbeitskulturen verharrt, darf sich nicht wundern, in den Beliebtheitsrankings deutscher Unternehmensbranchen unter ferner liefen zu landen.

Die Kritik mag großenteils zutreffen, sie kann die mangelnde Attraktivität aber nicht allein erklären. Zum einen ist jetzt nicht alles schlecht, was früher gut war. In Bonn plädierte ein junger Unternehmer für das gute alte Büro, wo man Auge in Auge und ich Echtzeit anliegende Probleme und Aufgaben bespricht. Personaler berichteten von der Zuverlässigkeit, der Leistungsbereitschaft, den kommunikativen Kompetenzen und dem Kniggewissen der erfahrenen Kollegen; Fähigkeiten, die der Nachwuchs oft vermissen lasse. Modernisierung sollte nicht Totalabriss bedeuten, sondern Renovierung mit Augenmaß.

Das alles ist aber nicht des Pudels Kern. Die Branche könnte ähnlich sexy wie die der Automobilhersteller sein – wenn die Politik es wollte. Junge Menschen wollen verändern und verbessern. So, wie sie mit dem Handy groß geworden sind, haben sie das Umweltbewusstsein mit der Muttermilch aufgesogen. Wer nur halbherzig die Energiewende vorantreibt und sehenden Auges zulässt, dass die Ziele des Pariser Klimaabkommens meilenweit verfehlt werden, darf sich über Misstrauen und die Zurückhaltung junger Menschen, es mit Energie statt mit Autos zu versuchen, nicht wundern. Da bleiben auch ausgefuchste Arbeitsmodelle, wohlgemeinte Gesundheitsprogramme und innovative Führungskonzepte nur ein heißer Tropfen auf den Arbeitsmarktstein.

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