Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Sonntag, 17. Dezember 2017

Studie

Emotionale Seite spielt eine Rolle

Von Claudia Burger | 27. April 2017 | Ausgabe 17

Die Personalberatung Egon Zehnder rechnet in einer globalen Diversity-Studie vor, dass es noch 20 Jahre dauern könnte, bis weltweit „Gender Parity“ (Gleichstellung) auf Vorstandsebene erreicht wird. Deutschland zählt zwar laut der Studie zu den „Diversity Champions“, bei denen es im Durchschnitt drei Frauen in den leitenden Gremien der größten Unternehmen gibt.

Mindestens drei Frauen pro Gremium seien notwendig, um nachhaltigen Wandel herbeizuführen. Doch der Blick auf die Verteilung von Aufsichtsräten und Vorständen zeige, dass der Anteil an weiblichen Vorständen weiterhin gering ist.

22,2 % der deutschen Aufsichtsrats- und Vorstandsmitglieder sind weiblich (2014: 16,6 %; 2012: 12,8 %), in Europa sind es 26,2 % (2012: 15,6 %). Damit liege Deutschland weiterhin nur im Mittelfeld der untersuchten westeuropäischen Staaten. Europäische Spitzenreiter sind laut Studie Norwegen (39,7 %), Schweden (37,7 %) und Frankreich (37,5 %); ebenfalls knapp ein Drittel Frauenanteil erreicht Italien (32,2 %).

Während der Anteil von Frauen in deutschen Aufsichtsräten knapp mehr als ein Viertel ausmacht (27,6 %; 2014: 20,5 %), ergibt der Blick auf Vorstandspositionen ein deutlich anderes Bild. Zwar ist der Anteil auch hier gewachsen, doch mit 8,3 % bewegt er sich auf niedrigem Niveau (2014: 5,7 %).

„Diversity muss natürlicher Bestandteil von Leadership werden“, sagt Carsten Wundrack, der zusammen mit Lena Kilee die Diversity-Aktivitäten bei Egon Zehnder in Deutschland leitet. Theoretische Analysen, die aufzeigen, wie sinnvoll Diversity ist, reichten nicht. Entscheidend sei immer auch die emotionale Seite. „Oft begreifen Unternehmensführer erst über ihre erwachsenen Kinder, welche Chancen in gelebter Diversity liegen“, sagt Kilee.

Wundrack konstatiert, dass festgefahrene Vorstellungen sich nur schwer verändern ließen. Lena Kilee: „Meist sind die Stereotypen so unterschwellig, dass wir sie nicht einmal bemerken. Umso wichtiger ist es, dass wir uns selbst hinterfragen: Welche Vorbehalte bestimmen unser Handeln und wie lassen sich eingefahrene Denkweisen korrigieren?“

Die Egon Zehnder Global Board Diversity Analysis untersucht alle zwei Jahre die Gremien der größten Unternehmen weltweit. 2016 wurden dazu 1493 Unternehmen aus 44 Ländern mit einer Marktkapitalisierung von jeweils mehr als 6 Mrd. € erfasst. Aus Deutschland wurden 47 Unternehmen untersucht, darunter alle Dax-Unternehmen.  

http://www.egonzehnder.de/GBDA

stellenangebote

mehr