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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Kommentar

Geld ist nur die Basis für Glück

Von Wolfgang Schmitz | 23. März 2017 | Ausgabe 12

Der aktuelle Weltglücksbericht beweist: Geld allein macht nicht glücklich. Wer es aber in ausreichendem Maße hat, der ist um einige materielle Sorgen ärmer.

Wolfgang Schmitz, Redakteur: Je größer die Ungleichheit, desto größer die Probleme.

Dass es sich die Norweger dank Erdgas und Erdöl gut gehen lassen und sie im jüngsten Glücksreport auf Platz eins liegen, liegt nicht allein am schnöden Mammon. Sie verstehen im Gegensatz zu anderen reichen Völkern, damit umzugehen. Die Skandinavier erlauben sich ein gut ausgebautes und funktionierendes Wohlfahrtssystem, sodass sich die soziale Schere nicht so extrem spreizt wie etwa hierzulande. Die Norweger vertrauen den staatlichen Institutionen und sie vertrauen sich untereinander. Mehr als 75 % von ihnen geben an, sich voll und ganz auf die meisten Menschen in ihrem Umfeld verlassen zu können. Das äußert sich auch im Berufsalltag. Der Handschlag reicht, um ein Geschäft unter Dach und Fach zu bringen. Der Chef wird nicht als unantastbare Autorität verstanden, sondern als vorgesetzter Kollege, dem man seine Meinung sagen kann, ohne Repressalien oder den erhobenen Zeigefinger befürchten zu müssen. Ob die Norweger Neiddebatten führen? Vermutlich gibt es noch nicht einmal eine entsprechende Übersetzung in die Muttersprache.

Vor sieben Jahren präsentierten britische Forscher eine Studie, die belegt: Je größer die Ungleichheit, desto größer die Probleme. In ungleicheren Gesellschaften ist es für jeden Menschen schwieriger, seinen Status zu behaupten. Das sorgt für Abstiegsängste und Stress, der wiederum Auslöser für Krankheiten und Gewalt ist. Forderung der Forscher: Macht die Gesellschaften gerechter. Das spart Kosten und macht die Menschen zufriedener. Das hat nichts mit „Gleichmacherei“ und Uniformität zu tun, sondern mit sozialem Fortschritt, von dem alle profitieren.

Die moderne Hirnforschung hat das Streben des Menschen nach sozialer Akzeptanz, Anerkennung und Zugehörigkeit als stärkste menschliche Triebfeder identifiziert. Der Wunsch nach sozialer Verbundenheit gleicht einer Suchtkrankheit. Diese Erkenntnis zu berücksichtigen, macht nicht allein aus humaner Perspektive Sinn, sondern auch aus ökonomischer. Denn auch das ist nicht neu: Zufriedene Menschen leisten mehr. 

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