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Dienstag, 12. Dezember 2017

Ausstellung

„Hacking ist ein Geschäftsmodell“

Von Claudia Burger | 4. Mai 2017 | Ausgabe 18

Im Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) in Paderborn ist eine Ausstellung zum Thema IT-Sicherheit zu sehen.

HNF (2)
Foto: Jan Braun/HNF

Do-it-yourself: Die Themeninseln liefern Informationen je nach Bedarf der Besucher .

Ulf Lange, Referatsleiter des Bundesministeriums für Forschung (BMBF), sagt: „Gehackt wurde immer, aber in den letzten zweieinhalb Jahren sind einige Dinge grundsätzlich anders geworden.“ Das Thema IT-Sicherheit habe dadurch immense Bedeutung erlangt. Nicht zuletzt deshalb zeigt das HNF die kleine Ausstellung „Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt“, die im Auftrag des Ministeriums entwickelt und Mitte Februar bei der Nationalen Konferenz zur IT-Sicherheitsforschung in Berlin erstmals gezeigt wurde. Ziel ist es, alle Bürger für das Thema zu sensibilisieren. An sechs Themeninseln sind Forschungsprojekte dargestellt.

Sensibilisierung ist auch nötig, weil das Internet längst den Alltag fast aller Menschen erreicht hat. Mehr als 40 Mio. Deutsche nutzen beispielsweise das Onlinebanking. Jungen Menschen scheint das Smartphone angewachsen zu sein. Ulf Lange möchte keine Panik schüren und ist sich sicher, dass es gute Lösungen geben wird, doch die Entwicklung sei rasant.

Ein Aspekt ist laut Lange die zunehmende Vernetzung der Geräte. So würden in den nächsten sechs oder sieben Jahren über 50 Mrd. davon miteinander kommunizieren und dies geschehe ungeordnet. Das sei ein Problem. Die Digitalisierung erfasse Automobile, Industrie und kritische Infrastrukturen, sie alle würden ans Netz angeschlossen und das ergebe eine neue Bedrohungslage. Es gebe keinen Masterplan, wie diese Infrastrukturen im Netz geschützt werden können.

Doch auch die Angriffe hätten sich massiv verändert. „Früher waren das Hacker, die das gemacht haben, eher um zu beweisen, dass sie es können. Diese Anzahl von Hacks nimmt ab. Was hinzugekommen ist, ist an sich die ganze kriminelle Szene. Hacking ist ein Geschäftsmodell geworden“, warnt Lange. Angreifer würden immer gefährlicher. Sie könnten sich zudem Werkzeuge für kleines Geld kaufen, so dass auch nicht-internetaffine Menschen kriminelle Energien ausleben könnten. Das Problem: IT-Sicherheit sei nicht sichtbar, nicht anfassbar, sondern abstrakt. Deshalb werde ihr Wert häufig unterschätzt.

„Jeder Schutzmechanismus kann irgendwann gehackt werden“, sagt er. Doch je komplexer dieser Mechanismus, desto mehr Zeit und Geld müssten Angreifer investieren – und umso geringer werde die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer solchen Attacke zu werden. „Die Forschung arbeitet daran, diese Sicherheitsnetze zu stärken“, erläutert Lange.

In der Ausstellung zeigen Universitäten, Institute und Unternehmen, wie das praktisch funktioniert. Sechs verschiedene Themenfelder behandelt die Ausstellung: Zu Hause, Arbeit, Stadt, Freizeit, Auto und Onlinegeschäfte. „Die Schau richtet sich an fachlich Interessierte, aber bemüht sich auch, für Laien verständlich zu sein“, sagt Kurator Michael Mikolajczak. „Der User muss sein Verhalten ändern, er muss verstehen, dass die Sicherheit eine Selbstverständlichkeit sein muss und immer mitgedacht werden muss“, betont er sein Anliegen.

So wie an der Station „Auto“, wo der Besucher bei der Berührung einer digitalen Darstellung eines Pkw Angriffsmöglichkeiten verdeutlicht bekommt, aber auch die Vehikel-zu-Vehikel-Kommunikation thematisiert wird und welche Gefahren von Schnittstellen in der Infrastruktur ausgehen können.

An der Insel „Zu Hause“ wird die Verschlüsselung behandelt. Hier wird beispielsweise ein Projekt vorgestellt, das deutlich macht, wie mit einer einfachen App auf dem Smartphone eine Schlüsselkarte ausgelesen und manipuliert werden kann, und das Ideen entwickeln soll, wie dieses Szenario nicht Wirklichkeit wird.

Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt. Eine Ausstellung zur IT-Sicherheitsforschung im Auftrag des BMBF. Bis 30. 7. 17. Heinz Nixdorf MuseumsForum, Fürstenallee 7. Di-Fr 9 Uhr bis 18 Uhr, Sa+So 10 Uhr bis 18 Uhr.http://www.hnf.de

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