Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Montag, 11. Dezember 2017

Porträt

Hautnah bei den Chemikern

Von Matilda Jordanova-Duda | 4. Mai 2017 | Ausgabe 18

Die Verfahrensingenieurin Julia Zöllner kann bei 3M fachliche und organisatorische Fähigkeiten zur Geltung bringen.

Foto: Peter Wirtz/Dormagen

Julia Zöllner gefällt bei 3M das Gesamtpaket aus fachlicher Herausforderung und persönlicher Betreuung.

So ein großes Projekt kriegt man nicht alle Tage!“ Julia Zöllner ist für die produktionstechnischen Aspekte beim Bau einer neuen Fertigungsanlage im Wuppertaler Werk von 3M verantwortlich. Der US-Konzern investiert 36 Mio. €, um die Produktionskapazitäten von Membranen für Dialyse um 50 % zu steigern. Die Verfahrenstechnikerin, die an der Universität Bochum Maschinenbau mit Schwerpunkt Verfahrenstechnik studierte, arbeitet seit Ende 2013 im Unternehmen. Das hieß damals noch Membrana hieß und war eine mittelständische Firma. Rund 500 Mitarbeiter entwickeln und fertigen hier Polymermembranen für den medizinischen und technischen Bedarf.

Millionen Nierenkranke auf der ganzen Welt müssen mehrmals wöchentlich zur Blutwäsche. Viele künstliche Nieren enthalten Kapillarfilter aus Wuppertal: Bündel aus 6000 bis 15 000 haardünnen Hohlfasern. Die Fasern sind porös, größere Moleküle bleiben in den Sieben stecken. Substanzen, die sonst ein gesundes Organ aussortiert, werden so aus dem Blut herausgefiltert. Weil Volkskrankheiten wie Diabetes die Nieren schädigen, wächst der Bedarf an Dialyse ständig.

Als Teil der Projektleitung ist Zöllner das Bindeglied zwischen dem Engineering und den Produktionsmitarbeitern, die an der neuen Anlage bald Membranen fertigen werden. „Sie sind von Anfang an in die Planung eingebunden, ich organisiere das Feedback. Dadurch optimieren wir die Anlagen: Wir werden Antriebe einsparen oder Lösemittel rückgewinnen können.“ Auch müssen die Neueingestellten an den Maschinen geschult werden.

„Für mich ist 3M ein sehr interessantes Unternehmen, denn wir setzen mehrere unterschiedliche Trennverfahren in der Produktion ein, etwa Destillen oder Extraktion.“ Aber auch das Organisieren liegt ihr. Zurzeit steige sie neben der Projektarbeit immer mehr ins Tagesgeschäft ein. „Somit habe ich auch mit der Personalplanung, mit Sicherheits- und Qualitätsthemen zu tun“, erzählt die 30-Jährige.

Außer den Faserbündeln für die Dialyse stellt 3M Membranes mikroporöse Kapillarmembranen für medizinische Anwendungen her. Sie reichern das Blut während einer großen OP mit Sauerstoff an oder trennen Plasma und rote Blutkörperchen voneinander, um Blutspenden haltbar zu machen. Zugleich produzieren die Wuppertaler Membranapparate für technische Anwendungen, etwa für die Reinigung von Prozesswasser oder die Entgasung von Tinten.

„Der Markt braucht große Mengen an unterschiedlichen Membranen“, sagt Werksleiter Hartwig Davidhaimann. Man beschäftigt deshalb Ingenieure mehrerer Fachrichtungen: Verfahrenstechniker, Maschinenbauer, Elektrotechniker und Sicherheitsingenieure. Zöllner hat vor allem mit den Kollegen aus der Abteilung „Process Improvement“ zu tun, die zwischen Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Produktion geschaltet ist und sich um die Prozessverbesserung kümmert. „Mit den Chemikern arbeite ich eng zusammen, weil die Optimierungsvorschläge über mich und den Meister der Tagesschicht laufen.“ Dabei hilft ihr, dass ihr Studium relativ hohe Chemie- und Biologieanteile beinhaltete.

Nachdem Membrana 2015 von 3M übernommen wurde, seien die Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten noch besser geworden, lobt Zöllner. Mitarbeiter in F&E können 15 % der Arbeitszeit für eigene Ideen nutzen. Auch werden die Mitarbeiter im außertariflichen Bereich an den Ergebnissen ihres Standorts und des Gesamtunternehmens beteiligt. Über ein Lebenszeitarbeitskonto kann für ein Sabbatical, eine befristete Teilzeit oder eine Altersteilzeit gespart werden. 

stellenangebote

mehr