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Freitag, 15. Dezember 2017

Kino

Heldinnen der Raumfahrt

Von Fabian Kurmann | 9. Februar 2017 | Ausgabe 06

Afroamerikanerinnen helfen der Nasa im Wettlauf ins Weltall.

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Foto: Twentieth Century Fox

Vorreiterinnen ihrer Zeit: Dorothy, Katherine und Mary (v. l.)

Die Helden des amerikanischen Raumfahrtprogramms sind auf den ersten Blick weiße Männer mit Namen wie John Glenn, Alan Shepard, oder Neil Armstrong. Doch ohne die Arbeit von Katherine Johnson – der Barack Obama erst 2015 die „Presidential Medal of Freedom“ verlieh – und ihren afroamerikanischen Kolleginnen hätte die Nasa das Rennen zu den Sternen wohl gegen die Sowjetunion verloren. Was die drei farbigen Naturwissenschaftlerinnen geleistet haben, zeigt der Film „Hidden Figures“, der am 2. Februar in den deutschen Kinos anlief.

Katherine Johnson, gespielt von Taraji P. Henson, arbeitete als eine von vielen afroamerikanischen Frauen am Nasa-Weltraumprogramm und berechnete Flugtrajektorien, Startfenster und Daten für Notfallpläne in einer bis dahin von weißen Männern dominierten Welt.

 Die beiden anderen Protagonistinnen des Films sind Mary Jackson (Janelle Monáe), die erste farbige Ingenieurin bei der Nasa, und die Mathematikerin Dorothy Vaughan (Octavia Spencer), die als erste afroamerikanische Vorgesetzte bei der Nasa eine Abteilung für Großrechner leitete. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch der US-Autorin Margot Lee Shetterly

Spannend ist der Streifen auf drei verschiedenen Ebenen: erstens durch das Wettrennen der Supermächte Sowjetunion und USA um die „Eroberung des Weltraums“. Zu Beginn des Films hat Moskau den Kopf vorne durch die Sputnik-Satelliten. Kevin Costner nimmt in der Rolle des Leiters der Space Task Group die Aufholjagd auf.

Zweitens durch den damaligen Umbruch in der Technik vom Mensch zur Maschine, vom Rechenschieber zum raumfüllenden High-End-Großrechner. Beides wirkt in Zeiten von Smartphone und Cloud ähnlich anachronistisch wie eine Ritterrüstung. Aber wie kluge Menschen auf den Wandel der Technik reagieren, der ihre Jobs teils obsolet macht, interessiert heute wie damals.

Die dritte Spannungsebene ist der Kampf gegen die Unterdrückung in einer Gesellschaft der Rassentrennung im Amerika der frühen 1960er-Jahre. Die farbigen Frauen arbeiten in einem abgetrennten Teil des Nasa-Campus. Als das Mathe-Wunderkind Katherine mangels Ersatz von der Space Task Group auf der anderen Seite des Campus angefordert wird, kann sie dort nicht einmal auf die Toilette – denn die ist nur für Weiße.

Ähnlich geht es ihren beiden Kolleginnen. Um Ingenieurin der Nasa zu werden, muss Mary Kurse vorweisen, die sie nur an einer Uni für Weiße machen kann. Kirsten Dunst in der Rolle der Vorgesetzten Dorothys will deren Abteilung wegrationalisieren.

Der Film ist nicht nur sehenswert, weil man mitfiebert, ob die Zahlenwerte für den Wiedereintritt der Raumkapsel stimmen, ob der Hitzeschild hält und ob die drei Heldinnen am Ende über die Ungerechtigkeit triumphieren werden. Er ist auch sehenswert, weil die Diskriminierung von Rassen und Geschlechtern in den USA wieder Konjunktur zu haben scheint.

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