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Freitag, 15. Dezember 2017

Expertenrat

Initiativbewerbungen gut vorbereiten

Von Peter Steinmüller | 20. April 2017 | Ausgabe 16

Am Karrieretelefon ging es diesmal um die Themen Weiterbildung, Branchenwechsel und die Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit.

Ich bin seit mehr als zwei Jahren bei einem mittelständischen Arbeitgeber tätig und die Aufgaben machen mir dort nach wie vor Spaß. Allerdings hat mir mein Chef noch nie die Möglichkeit einer Fortbildung angeboten. Wie und bei wem soll ich diesen Wunsch besprechen?

Foto: Privat

Rolf Klausmann ist Partner bei Kempers Partner in Leverkusen.

Gerade beim Berufseinstieg ist eine regelmäßige Weiterbildung nicht nur für die aktuelle Aufgabe wichtig, sondern auch für die Darstellung einer stringenten Weiterentwicklung im Lebenslauf. Aus diesem Grund sollte der Anrufer nachdrücklich aktiv zu werden. Im ersten Schritt sind die Themenfelder herauszufiltern, in denen er mit einer Weiterbildung seine Aufgaben besser und effizienter bearbeiten kann. Im zweiten Schritt sollte er Weiterbildungsangebote ermitteln und dabei großen Wert auf die Qualität des Anbieters legen. Mit diesen Informationen ist er gut gewappnet, ein Gespräch mit seinem Vorgesetzten zu führen. Erst wenn dieser den Nutzen für den Arbeitgeber vertreten kann, ist im nächsten Schritt die Personalabteilung einzuschließen.

Vor mehreren Monaten habe ich mein Energietechnikstudium abgeschlossen. Trotz intensiver Bewerbungstätigkeit hatte ich sehr wenige Einladungen zu einem Vorstellungsgespräch. Nach diesen bekam ich eine Absage mit der Begründung, dass ein erfahrener Bewerber bevorzugt worden sei. Zu welcher Strategie raten Sie mir?

Durch die massiven Umwälzungen in dem Energieerzeugermarkt sind viele erfahrene Kandidaten auf der Suche nach einer neuen Tätigkeit, womit Berufseinsteiger das Nachsehen haben. Mit etwas Kreativität gibt es auch in diesem Fall interessante andere Branchen, in denen Fachkräfte gesucht sind. Wo sind die Studienschwerpunkte wie die Thermodynamik oder Strömungslehre noch gefragt? Wo kommen bekannte Produktgruppen wie Mess- und Regelungstechnik und Technologien wie zum Einsatz? Sicher gibt es viele weitere Kompetenzen, die ebenso analysiert werden sollten. Damit eröffnen sich neue Branchen, sei es bei Komponentenherstellern oder Anlagenplanern. Ein Plan B ist nahezu überall zielführend.

Nach einer langjährigen und erfolgreichen Tätigkeit als Vertriebsmitarbeiter hatte ich den Arbeitgeber gewechselt, da ich interessantere Produkte international betreuen konnte. Bei meinem neuen Arbeitgeber konnte ich schnell Verkaufserfolge tätigen. Kurz vor dem Ende der Probezeit wurde mir jedoch auf Grund einer Nebensächlichkeit gekündigt. Wie soll ich damit bei Bewerbungsgesprächen umgehen?

Wie immer ist auch hier eine ehrliche und nachvollziehbare Schilderung wichtig. Alles andere wird von erfahrenen Personalverantwortlichen durchschaut. Allerdings ist es ebenso wichtig, dieses Thema klar formuliert in wenigen Sätzen und ohne Schuldzuweisungen darzulegen. Idealerweise mit der daraus gezogenen Konsequenz und den Lehren für die Zukunft. Wichtig ist es, das Gespräch schnell auf andere, positiv besetzte Themen zu lenken. Damit bleibt dieser „Schwachpunkt“ nicht als dominierendes Gesprächsthema bei den Gesprächspartnern in Erinnerung, sondern Erfolge und Kompetenzen.

Nun konzentriere ich mich auf Initiativbewerbungen. Was kann ich tun, um hier meine Chancen zu erhöhen?

Zum einen ist es nicht zielführend ganze Mailinglawinen loszutreten. Die angeschriebenen Firmen müssen passend zu den eigenen Kompetenzen selektiert werden. Ebenso muss das angestrebte Jobprofil klar sein. Im nächsten Schritt ist eine gewissenhafte Recherche über die jeweilige Firma erforderlich, möglichst vorab ein Kontakt mit der Personalabteilung. Ein Hinweis darauf im Anschreiben erhöht die Aufmerksamkeit der Empfänger. Bei derartigen Kontakten ist eine kurze und prägnante Selbstvorstellung – der Elevator Pitch – zum Start des Gesprächs wichtig. Nur wenn der Gesprächspartner ein Bild von dem Anrufer oder Gesprächspartner hat, kann er auch weiterführende Auskünfte geben. Damit ist die Basis für eine Erfolg versprechende Initiativbewerbung vorhanden.pst

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