Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Dienstag, 12. Dezember 2017

Jubiläum

Ist doch Standard

Von Claudia Burger | 18. Mai 2017 | Ausgabe 20

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) wird im Dezember 100 Jahre alt. Der Vorläufer unter der Ägide des VDI wurde am 18. Mai 1917 gegründet.

Genormte Einkochgläser
Foto: DIN

Wie praktisch: Die Normung beschränkte sich nicht nur auf die Industrie, sondern sie sollte auch dem Verbraucher nützen.

Die Entstehung der zentralisierten Normung in Deutschland hat einen kriegswirtschaftlichen Hintergrund. Das DIN oder wie es damals hieß, der Normenausschuss der Deutschen Industrie, wurde im vierten Kriegsjahr des Ersten Weltkriegs, gegründet. Zu diesem Zeitpunkt waren rund 40 000 Privatunternehmen an der arbeitsteiligen Erzeugung von Rüstungsgütern beteiligt. Die Vorarbeiten zur Rationalisierung der Rüstungsproduktion machten deutlich, dass es ohne Normen nicht geht. Benötigt wurden Maßnormen für Konstruktionsteile. Zudem mussten technische Konstruktions- und Arbeitszeichnungen sowie Werkzeuge vereinheitlicht werden.

Foto: DIN

Ordnung ist das halbe Leben: Die Botschaft lautet: Mittels Normen Kosten senken und Ressourcen schonen.

Offiziell feiert das DIN das 100-Jährige am 22. Dezember, doch die Geschichte hat einen Vorlauf. Bereits Ende 1916 wurden zwei neue staatliche Stellen gegründet, die dazu beitragen sollten, dass Einzelteile für leichte Waffen und Geräte im ganzen Deutschen Reich hergestellt werden konnten.

Dafür mussten die Herstellung und die zeichnerischen Unterlagen vereinheitlicht werden. Die Königlichen Fabrikationsbüros für Infanterie und Artillerie (Fabo-I und Fabo-A) hatten ihren Sitz in Berlin Spandau. An der Spitze standen überwiegend zivile Ingenieure bürgerlicher Herkunft, die zuvor in führenden Maschinenbauunternehmen tätig gewesen waren.

Die Arbeit hatte Erfolg, aber es wurde schnell klar, dass mehr passieren musste. Der damalige Fabo-A-Chefkonstrukteur und der damalige stellvertretende VDI-Direktor Waldemar Hellmich wandten sich gemeinsame an die Unternehmen. Am 18. Mai 1917 wurde der später unter dem Namen Normalienausschuss für den allgemeinen Maschinenbau bekannt gewordene Vorläufer des späteren DIN gegründet. Der Ausschuss stand unter der Obhut des VDI. Im Herbst 1917 lagen Entwürfe für Kegelstifte, Normaldurchmesser, Normblattformate und technische Zeichnungen vor. Im Dezember 1917 wird der Ausschuss in „Normenausschuss der Deutschen Industrie“ (kurzzeitig Nadi, dann DIN) umbenannt. Das DIN erhob den Anspruch, Zentralstelle für die Ausarbeitung, Förderung und Zusammenfassung von Normen nach einheitlichen Grundsätzen auf nationaler Ebene und für alle Bereiche der Industrie zu sein. Zu der Gründungssitzung des DIN kamen Vertreter von 18 Behörden, 22 technisch-wissenschaftlichen Verbänden und 20 Firmen des Maschinenbaus, der Elektrotechnik, der Feinmechanik, des Schiffbaus.

Foto: DIN

Unser Büro soll schöner werden: Auch hier wurden durch die Normierung Gelder eingespart.

Hellmich wurde zum ersten Geschäftsführer berufen und blieb es bis 1925, dann wurde er geschäftsführendes Präsidialmitglied und ab 1934 bis zu seinem Tod Kurator des DIN. Er stellte bei der Gründung klar: „Eine straffe Organisation mit behördlichen Befugnissen“ sollte es nicht werden, sondern „eine möglichst bewegliche Einrichtung, die sich den augenblicklichen Bedürfnissen der Praxis anpassen kann.“ Es wurde ein eigener Verein gegründet.

Im Laufe der Jahre hat das DIN seine Aufgabenstellung immer wieder den Erfordernissen der Zeit angepasst. Zurzeit umfasst das Deutsche Normenwerk rund 34 000 Normen und Standards, die DIN gemeinsam mit Expertengremien (rund 32 000 Personen) aus Wirtschaft, Forschung, öffentlicher Hand und von Verbraucherseite erarbeitet hat. Erste DIN-Norm war die bereits erwähnte DIN 1 „Kegelstifte“, zu den bekanntesten DIN-Normen gehören das Papierformat DIN A4 sowie die DIN 5008 „Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung“. Die Normen erscheinen im Beuth Verlag, einem Tochterunternehmen des DIN. Im November wird es einen Festakt geben, ab Juni ist die Wechselausstellung „NormenWerk“ in Berlin vorgesehen mit Schwerpunkten auf Industrie 4.0, Smart Cities, IT-Sicherheit und Energiewende.

stellenangebote

mehr