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Freitag, 15. Dezember 2017

Ausstellung

Kluge Köpfe verhindern Unfälle

Von Sabine Neumann | 6. April 2017 | Ausgabe 14

„Alarmstufe Rot“ in der Dasa in Dortmund macht mit Technik vertraut, die im Katastrophenfall hilft.

Bildartikel zu Alarmstufe-Rot-043-neu.JPG
Foto: Sabine Neumann

Eine Rettungsinsel im Schiff ist Pflicht. Sie bietet Platz für bis zu zwölf Personen.

Durch heftige Naturkatastrophen, wie Erbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche, wurden seit Beginn des 19. Jahrhunderts mehr als 8 Mio. Menschen getötet; die entstandenen Schäden liegen bei weit über 6 Billionen €. Die Natur kennt keine Grenzen und auch keine Gesetze: Wirbelstürme brechen plötzlich – meistens ohne große Vorwarnung – in unser Alltagsleben ein. Hier helfen nur eine schnelle Reaktion und eine ausgeklügelte Technik, um „im Fall der Fälle“ den Schaden möglichst gering zu halten.

Arbeitsschutz in Dortmund

Wie dies im Ernstfall aussehen kann, vermittelt die Dasa-Arbeitswelt-Ausstellung „Alarmstufe Rot“. Gleichzeitig will sie Denkanstöße für die Besucher geben und zeigen, wie und wo kluge Köpfe viele Unglücke verhindern. Zu den Exponaten gehört eine Rettungsinsel, in der im Notfall bis zu zwölf Personen Platz finden.

Die rund 200 Objekte, Modelle und Simulationen stellen Unglücke aus der Natur, dem Verkehr oder der Industrie vor. Die Dasa kooperiert für diese Ausstellung mit der Polizei, der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk Dortmund. „Ziel unserer Ausstellung ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir alle in puncto Vorbeugung in der Pflicht sind. Wir werben daher für ein umsichtiges Verhalten – nicht nur bei der Arbeit“, sagt der Leiter der Dasa, Gregor Isenbort, über die Motivation, die „Alarmstufe Rot“ in Dortmund zu zeigen. Diese Ausstellung ist übrigens – in Kooperation mit der Dasa in Dortmund – eine Produktion des Parque de las Ciencias im spanischen Granada, einem interaktiven Science-Center und Museum.

Zusatzprogramm rund um „Alarmstufe Rot“

Auf rund 800 m2 Ausstellungsfläche werden in fünf Stationen Katastrophenbeispiele aus verschiedenen Bereichen, wie Natur und Feuer, gezeigt. So können bei der Suche nach Erdbebenopfern elektronisch gesteuerte Roboterrettungshunde helfen. „Sarbot“ ist sehr beweglich und kann wie ein echter Vierbeiner riechen, hören und auch sehen. Zu sehen sind ferner auch Erdbebensimulator, Wetterstation und ein sich überschlagendes Auto. Die Besucher dürfen aktiv mitmachen und ein Erbeben „live“ erleben. Sie erfahren bei einem Crashtest, wie hilfreich und sinnvoll doch Sicherheitsgurte sind. Zur Vorbeugung bei Erdbeben kommt der spezielle Schwingungsdämpfer RNC zum Einsatz: „Roll-n-Cage“ sorgt für eine Entkopplung von Objekt und Boden, puffert somit einen Teil der Bewegung ab und dämpft die Schwingungen von Brücken, Häusern und anderen Bauwerken.

Kluge Schutzmechanismen müssen ständig neu entwickelt werden, um die Vorhersagen aus Wissenschaft und Forschung richtig und rechtzeitig einsetzen zu können. Hinzu kommt, dass Gesetze und Vorschriften festlegen, welche Vorsichtsmaßnahmen wann getroffen werden müssen, damit z. B. Unfälle in der Industrie gar nicht erst passieren. Deshalb ist ein gezieltes Training für viele Berufszweige wichtig. Neue Technologien wie Frühwarnsysteme kommen zum Einsatz, um z. B. rechtzeitig Stürme, Tsunamis, Vulkanausbrüche und Erdbeben zu erkennen. Rettungsroboter greifen helfend ein.

 96 % aller Brände werden laut Statistik fahrlässig oder vorsätzlich durch Menschen verursacht werden. Eine schnelle Reaktion ist hier notwendig, wenn Wald- und Stadtbrände sowie Industrieunglücke Gefahr für Mensch sowie Tier bedeuten und schnell bekämpft werden müssen. Hier kommen dann im Ernstfall unterschiedliche Sicherheits- bzw. Schutzanzüge zum Einsatz, z. B. ein Chemiekalienschutzanzug (CSA). Er ist sehr sinnvoll bei direktem Kontakt oder gegen die Kontaminierung durch radioaktive, biologische oder chemische Substanzen. Auch intelligente Kleidung kann in Katastrophenfällen helfen, etwa ein Hitzeschutzanzug für Feuerwehrleute, der eine Umgebungstemperatur von 1000 °C aushält. „Alarmstufe Rot“ zeigt dem Besucher dieser Ausstellung, wie die Brandschutzprofis arbeiten und wie die Vorbeugung aussieht.

Foto: Sabine Neumann

Ideal für Seeleute ist der Schutzanzug mit integrierter Schwimmweste und einem Funksender für die Ortung von Vermissten.

Menschliches Versagen hat schon oft zu vielen Katastrophen im Bergbau, in der chemischen Industrie oder in der Kernenergie geführt. Rettungskapseln im Bergbau und die umgangssprachlich als Seveso-Richtlinie III bezeichnete Störfall-Richtlinie der EU sollen helfen, diese Unglücke zu verhindern bzw. die Auswirkungen zu mildern.

Der Mensch und sein Verhalten spielen im täglichen Leben stets eine wichtige Rolle – manchmal klappt dieses Zusammenspiel recht gut, um dann auch einer großen Katastrophe zu entgehen. Wer für einen Katastrophenfall gut ausgebildet worden ist, macht im Notfall kaum noch Fehler und kann vorausschauend klar denken. Ein gezieltes Training ist daher für viele Berufe wichtig. Die Ausstellung „Alarmstufe Rot“ gibt hier dem Besucher einen guten Überblick. cer

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