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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Kommentar

Mint-Förderung ist nicht konkurrenzlos

Von Wolfgang Schmitz | 1. Juni 2017 | Ausgabe 22

Die Daten sprechen für sich: Die Studienanfängerzahl in den Ingenieurwissenschaften ist von 2011 bis 2015 auf 24 % geklettert, 2005 absolvierten 24 000 junge Frauen ein Mint-Studium, zehn Jahre später waren es fast 54 000. Welchen Einfluss die zahlreichen staatlich geförderten und privaten Mint-Initiativen dabei hatten, bleibt im Dunkeln.

Wolfgang Schmitz, Redakteur: Nicht nur Mint-Bildung pocht auf Förderung.

Umsonst wird die Mühe nicht gewesen sein. Das Beispiel von Vater und Sohn Barth (s. Seite 30) zeigt, dass Begeisterung für Technik nicht von oben verordnet, sondern nur von dort gelenkt und gefördert werden kann. Fachgesellschaften klagen dennoch weiterhin über unzureichendes Basiswissen von Abiturienten, um für ein Ingenieurstudium gewappnet zu sein. Die Zukunftsfähigkeit des Standorts D sei gefährdet. Die Forderung nach mehr Zeit für den Mathematikunterricht wird durch eine OECD-Studie bestätigt. Danach haben viele Jugendliche keinen Schimmer von Finanzthemen. Sie hätten noch nicht einmal Kontrolle über den eigenen Geldbeutel. Zugleich wird aus anderer Ecke die Forderung laut, sich angesichts von Trump, Erdogan und AfD verstärkt um die Gesellschaftswissenschaften zu kümmern. Die Akademie für Politische Bildung fordert eine „Stärkung der politischen Urteilskraft“. Fast schon müßig zu erwähnen, dass die immer zahlreicher und pummeliger werdenden Nerds Bewegung und mehr Sportunterricht brauchen.

Die gute alte Allgemeinbildung könnte Kindern und Jugendlichen einen Überblick über den gesamten Bildungskanon verschaffen und helfen, den für sie geeigneten Weg zu finden. In einer immer komplexer werdenden Welt ist das eine Herausforderung, die nicht allein die Schulen mit noch mehr Stoff in immer kürzerer Zeit stemmen können. Wenn es mehr Väter wie Rainer Barth und begeisterungsfähige Töchter und Söhne gäbe, bräuchte den Mint-Förderern nicht bange zu sein. 

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